Feuerwehrchronik 1933 – 1956

 

1933

 

Die Motorspritze wird von „Fuß- auf Handbedienung” umgestellt, die Feuerwehr wird in Züge und Stoßtrupps gegliedert.

 

1934

 

Aus dem Erlös eines „Wald- und Wiesenfestes” bei Schloss Weidenegg kann die Feuerwehrfiliale Gurlitsch eine Sirene ankaufen. Am 4. März verstirbt das langjährige Mitglied Johann Kollmann.

 

1935

 

Der Feuerwehrbezirksverband Wörthersee wird aufgelöst, Krumpendorf kommt zum Bezirksverband Klagenfurt-Nord.

Beim Großbrand beim Jerolitsch steht die Feuerwehr stundenlang im Einsatz. Überraschend und viel zu jung verstirbt Kamerad Johann Nagele.

 

1936

 

Den Stadelbrand beim Kaschitz in Pirk bringen die Kirchenglocken der Bevölkerung zur Kenntnis. Bei einer Luftschutzübung verunglückt Kamerad Thomas Nagele mit dem Fahrrad schwer.
Im Juli bricht auch für unsere Feuerwehr das Zeitalter des Automobils an: Ein Steyr XII N mit eingebauter Motorspritze wird um den Betrag von S 7.751,- angekauft. August Mayrobnig übernimmt die Funktion des Kassiers und Chronisten, die er über 50 Jahre ausüben wird.

 

1937

 

Die Kommandantschaft nennt sich nun „Wehrbeirat”; beim Feuerwehrkränzchen konnte trotz Geldknappheit mit S 149,- „ein ansehnlicher Gewinn” erzielt werden.

Erstmals treten Spannungen zwischen der Filiale Gurlitsch und der Krumpendorfer Wehr auf. Valentin Hasslacher, 47 Jahre Mitglied der Feuerwehr; Rupert Tschemernig, Gründungsmitglied sowie Ehrenhauptmann Karl Kutternig werden in Pirk zu Grabe getragen. Mit „treudeutschem Wehrmannsgruß” wird das Jahr vom Chronisten abgeschlossen.

 

1938

 

Ein Naturereignis bringt im Jänner in einer klaren Nacht Bevölkerung und Feuerwehr auf die Beine: Ein Nordlicht, in unseren Breiten eine Seltenheit, erleuchtet den nördlichen Horizont. Die Feuerwehr rückt bis Moosburg aus, wo eine Panne den Rüstwagen stoppt. Viele ältere Menschen messen dieser Erscheinung große Bedeutung für die Zukunft bei. Leider behalten sie auch recht. Neben der Bekämpfung von einigen Bränden, u. a. brennt der Pfarrwald in Tultschnig, muss auch von Ulrich Janeschitz Abschied genommen werden. Der Chronist schließt das Jahr mit den Worten, daß „die Nachkommen uns um das Große und Herrliche beneiden werden, das in diesem Jahr dem Vaterland geschehen ist!”.

 

1939

 

Die Feuerwehr wird in die Feuerschutzpolizei eingegliedert und erhält eine neue Uniform.

Gruppenfoto mit Bgm. Alois Nagele 1939

Gruppenfoto Freiwillige Feuerwehr Krumpendorf mit Bürgermeister Alois Nagele am 1.10.1939

 

1940-1943

 

Da dem „Vaterland so viel Großes geschah“, gibt es aus dieser Zeit kaum Aufzeichnungen. Der Krieg beherrscht das Denken der Menschen, und auch immer mehr Feuerwehrkameraden müssen auf den Schlachtfeldern ihre Pflicht tun.

Ab dem Jahr 1943 gibt es eine sehr aktive HJ- Feuerwehr, die auch bei den Leistungsbewerben im Vordergrund steht.

 

1944

 

Nach einer Übung am Vormittag werden die Kameraden am Heimweg von der Sirene zurückgerufen. Zuerst Fliegeralarm, dann hört man bald über Klagenfurt ein schreckliches Dröhnen und Krachen: Bombenangriff auf die Landeshauptstadt!

In Klagenfurt angekommen, wird unsere Wehr zu Lösch- und Aufräumarbeiten eingesetzt. Entsetzlich die Zerstörungen, unbeschreiblich das Leid der Bevölkerung. Unsere Kameraden helfen auch bei der Evakuierung der Bevölkerung mit. Die Einsätze nach Klagenfurt häufen sich in der nächsten Zeit. Doch auch die Reihen unserer Wehr werden immer mehr gelichtet, der Krieg fordert seinen brutalen Tribut!

Hitlerjugend Feuerwehr 1944

Hitlerjugend Feuerwehr 1944

 

1945

 

Mit den letzten Reserven wird im Jänner der Volkssturm-Feuerlöschdienst ins Leben gerufen, doch glücklicherweise sind die versprochenen 1000 Jahre schneller vorüber! Im Dezember veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Krumpendorf bereits ein gut besuchtes Kränzchen.

 

1946-1950

 

Alle Kräfte werden für den Wiederaufbau gebraucht. Die Chronik sagt nicht viel über diese Zeit; jedenfalls wird die Feuerwehr durch die Besatzungstruppen zur Gänze ausgeplündert: Geräte, Spritzen und auch die Fahne verschwinden.

Doch das Leben geht weiter, und so unternimmt die „Kameradschaft der FF Krumpendorf“ bereits im Jahr 1949 Ausflüge auf den Plöckenpaß und nach Wien. Die Filiale Gurlitsch erhält ihre erste Motorspritze. Nach dem Ableben von Hauptmann Klavora treten in der Filiale jedoch wieder heftige Meinungsverschiedenhelten auf, die nur mühsam bereinigt werden können.

 

1951

 

Im August kann die Feuerwehr ein neues Fahrzeug einweihen, einen Opel Blitz Allrad mit Vorbaupumpe. Ganz Krumpendorf bestaunt das neue Fahrzeug anlässlich der Fahrzeugweihe beim Gerätehaus.

Löschwagenweihe vor Rüsthaus 1951

Löschwagenweihe vor Rüsthaus 1951

Löschwagenweihe, Bgm. Karl Kutternig vor Krumepndorferhof 1951

Löschwagenweihe, Bgm. Karl Kutternig mit Frau vor Krumpendorferhof 1951

 

1952

 

Die Feuerwehr hat nun wieder die Stärke erreicht, die sie vor dem Krieg aufwies. Mit Einsatzfreude und Kameradschaftsgeist sind die Freiwilligen am Werk. Und auch die Bevölkerung spendet ihrer Feuerwehr wieder Anerkennung und auch finanzielle Mittel, damit neue Geräte angekauft werden können.
Ein Ausflug nach Tarvis und Pontebba begeistert die Kameraden.

 

1953

 

Immer aktiver wird auch wieder das gesellschaftliche Leben. Der Feuerwehrball und das Sommerfest der Feuerwehr werden gerne besucht; die Wehr ist aber auch sehr eifrig bei den Übungen.

Ein Brand der Villa Seeblick und ein Waldbrand in Leinsdorf sind die schwierigsten Einsätze. Auf der Fahrt zum Landesfeuerwehrtag nach Greifenburg werden die Kameraden Widmann Martin und Orasch Paul in einen Unfall verwickelt und bedauerlicherweise schwer verletzt.

 

1954

 

Ein Brand im Kinosaal von Krumpendorf am 6. März kann durch das Eingreifen der Feuerwehr rasch eingedämmt werden.

Am Rüsthaus wird eine neue Sirene installiert, da die alte komplett verrostet war. Und bald ruft die Sirene die Kameraden wieder zum Einsatz, denn einige Brände gilt es zu bekämpfen. Der Jahresausflug führt über Friesach, Murau und den Katschberg nach Gmünd und bleibt allen Teilnehmern lange in guter Erinnerung.

 

1955

 

Einsatz im 75. Jahr des Bestehens ist im Juni zu verzeichnen: Ein Hagelgewitter mit Wirbelsturm reißt unzählige Bäume um, die Feuerwehr muss stundenlang Aufräumungsarbeiten durchführen.

Auch einige kleinere Brände gilt es zu bekämpfen, ehe ein Ausflug im Herbst die Kameraden nach Maria Zell führt und ein Reh-Schmaus das Jahr ausklingen lässt.

 

1956

 

Pläne für ein neues Rüsthaus werden erstellt, man hofft auf baldige Realisierung.

Der Feuerwehrball ist wegen großer Kälte schwach besucht, und durch einen defekten Ofen ist auch noch der Ballsaal komplett verraucht! Im März bricht im Farbengeschäft Krainer ein Brand aus, wobei Fritz Krainer schwere Verbrennungen erleidet. Unser langjähriger Hauptmann Josef Reßmann erhält für seine Leistungen das Bundesverdienstkreuz für das Feuerwehr- und Rettungswesen. Auch in diesem Jahr gehen schwere Gewitter auf Krumpendorf nieder. Die Feuerwehr ist fleißig im Einsatz. Der Herbstausflug führt nach Eisenstadt und Rust und ist voller Verwicklungen: Die Zimmer wurden für eine Woche später bestellt, von Haus zu Haus müssen Quartiere gesucht werden! Wieder gibt es ernste Differenzen in der Filiale Gurlitsch, da das dortige Rüsthaus nach Görtschach verlegt werden soll.

Kommentare sind geschlossen