Pfarrchronik 1927 – 1931

1927

 

Mit Ende 1927 wurde dem Schreiber dieser Zeilen, Pfarrer von Tultschnig u. Mitprovisor von Pirk, die ziemlich schwere Seelsorgsarbeit dadurch erleichtert, daß ihm in der Person des hochwdg. Herrn Neopriesters Johann Holzmann ein Cooperator zugeteilt wurde. Derselbe wohnte als Tultschniger Kaplan bis Mitte Feber 1928 im Pfarrhofe zu Tultschnig, erhielt dann in Anbetracht der weiten, oft auch schlechten Wege ab Tultschnig nach Pirk-Krumpendorf vom hochwdgfl. Ordinariate über meinen Antrag die Erlaubnis, im altangesehenen Bauernhause vlg. Prescher zu Pirk seinen Amtssitz aufzuschlagen.

 

1928

 

Neue Orgel. Eine ganz hervorragende Unternehmung für hiesige Filialkirche ist gleichfalls schon in vollem Gange, die Neubeschaffung einer Kirchenorgel. Denn nichts wird jetzt, da orgelmäßiger Sonntags-Gottesdienst hier abgehalten wird, schwerer vermißt als eine Orgel. Darum hat sich unter Leitung des dermaligen Herrn Bürgermeisters Rossbacher ein Orgelbaukommitee gebildet, dem noch folgende Herren angehören: Baron Longo als Kassier, Kirchenkämmerer Tschemernig, Kreiner vlg. Kraschonig, Jäger, Pfarrorganist als Fachmann und unermüdlich tätig u. werbend H. Kaplan Johann Holzmann, letzterer aber über meinen Rat nur als nichthaftbares Mitglied! Der Bau der Orgel wurde dem einheimischen Meister, Herrn Schellander in Pörtschach a. See, der aus der Orgelbauschule „Fuetsch-Lienz“ hervorgegangen, übergeben.

Seelsorger-Wechsel. Mit Ordinariats-Decrete v. 30. Juli 1928, Zl. 8193, wurde der hochwdg. Herr Franz Kulik, bisher Kaplan zu St. Ruprecht b. Klgft., zum Provisor der Pfarre Pirk ernannt. Als Antritts- u. Übergabetag gilt der 1. September 1928. Somit war des Gefertigten Amtsdauer für Pirk ab 17.6.1927 bis 31.8.1928. Es war manches Schwierige Deo adjuvante zum durchführen! Pirk-Tultschnig, am 31.8.1928, Anton Kohlmaier. Vidi in visit. 21.VI.1929, Val. Marklet, Dechant.

Pfarrchronik Krumpendorf 1928 Seite 113

Pfarrchronik Krumpendorf 1928 Seite 113

Übernahme der Pfarre durch Prov. Frz. Kulik. Am 1. Sept. 1928 (Schutzengelsonntag) übernahm Franz Kulik als Pfarrprovisor die Seelsorge über die Pfarre Pirk und wurde im Namen der Gemeinde vom neuerwählten H. Bürgermeister, Baron Felix Longo, aufs herzlichste begrüßt. Da der Pfarrhof sammt der Pfründe vom Pfarrer Koch an den landw. Ingenieur Kurt Herbst auf 3 Jahre – also bis 1. Jänner 1930 – verpachtet wurde, so mußte sich der Schreiber selbst um eine Unterkunft umschauen u. fand sie schließlich bei einem Bauer Kaspar Spick vulgo Prescher. Hier wohnte auch eine Zeitlang Kapl. Joh. Holzmann. Kanzlei, Schlaf- u. Wohnzimmer in einem [über]aus mäßigen Raume für 100 S mit Kost monatlich sicut Missionarius in partibus infid.

Am Stefanitag fand im Gasthof Joh. Koch eine Weihnachtsbescherung der Pfarrarmen durch den kathol. Frauenverein statt. Über 70 Arme wurden mit Lebensmitteln, Kleindungsstücken beschenkt – alles durch die Rührigkeit u. Opferwilligkeit der kathol. Frauenorganisation von Krumpendorf.

Im Jahre 1928 fanden 4 Trauungen statt; es waren 9 Todesfälle (5 männl. u. 4 weibl.) und 10 Taufen (7 männl. und 3. weibl.).

 

1929

 

Erstkommunion der Kinder. Am 5. Mai fand die Erstkommunion der Kinder (24) in recht feierlicher Weise statt. Unter Glockengeläute u. mit Musik wurden die Kleinen zur Kirche geleitet, hier Erneuerung des Taufgelübdes u. Erstkommunion. Nach dem Gottesdienst wurden die Kinder zum gemeinsamen Frühstück (Gasthof Koch) geführt, welches der Frauenverein für die Kleinen bereitet hatte.

Auch der Muttertag wurde zum ersten Male in dieser Pfarrkirche auf recht feierliche Weise gefeiert: Zuerst Festpredigt, dann sagten 2 Kinder (Britta Longo u. Rudolf Schlatti) recht sinnvolle Gedichte vom Hochaltar auf, hierauf das Lied vom Kirchenchor: O hast du noch ein Mütterlein! – dann der Festgottesdienst, unter welchem fast alle Kinder u. der kathol. Frauenverein die hl. Kommunion empfingen.

Schloßkapelle in Drasing. Am 27. Juli fand die feierliche Einweihung der Schloßkapelle in Drasing statt. Se Gnaden Domkapitular u. Karitasdirektor Heinrich Hopfgartner nahm unter Assistenz des Karitassekretärs Fellner u. des Ortsseelsorgers die Weihe vor. Aus diesem Anlasse wurde eine Urkunde betreffend Messlizenz u. Bewilligung zur Aufbewahrung des Allerheiligsten anher übermittelt, deren Wortlaut folgendermaßen ist: Adam, durch Gottes Gnaden Fürstbischof von Gurk, Thronassistent Seiner Heiligkeit, Dr. der Theologie u. Philosophie etc. etc. etc. entbieten allen, die diese Urkunde lesen, Gruß u. Segen vom Herrn! Auf Grund des Apostolischen Breves vom 4.5.1929 Z. 499 gestatten Wir, daß in der Schloßkapelle in Drasing, Pfarre Pirk, solange Fräulein Katharina Gertrudis Maria Kraakman lebt und Besitzerin des Schlosses ist, täglich  e i n e  hl. Messe gefeiert werden darf, ausgenommen am hohen Weihnachtsfeste, am Ostersonntage u. am Feste Ma. Himmelfahrt. Wir erklären ferner, daß durch das Anhören der hl. Messe nicht nur oben genannte Eigentümerin des Schlosses, sondern auch ihre Verwandtschaft u. Schwägerschaft, sowie ihre Dienerschaft, einschließlich des bei der hl. Messe dienenden Ministranten, und alle, die sich im Schlosse aufhalten, dem Sonn- und Feiertagsmesse-Gebot Genüge leisten; es soll aber bei jedem Sonn- u. Feiertagsgottesdienst eine kurze Ansprache oder Erklärung des Evangeliums gehalten werden. Schließlich bewilligen wir für drei Jahre, d. i. bis zum 3. August 1932, auf Grund Apostolischer Bevollmächtigung, daß in der Schloßkapelle das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt wird, aber nur unter den Bedingung, daß dort wenigstens einmal in der Woche das hl. Meßopfer gefeiert, der Tabernakelschlüssel sorgsam verwahrt, für das ewige Licht gesorgt und bezüglich der oftmaligen Erneuerung der hl. Gestalten das kirchliche Gesetz beobachtet wird. Gegeben in der fb. Residenz zu Klagenfurt, am Feste des hl. Apostels Bartholomäus im Jahre des Heiles 1929, L. S. + Adam mp. Fürstbischof.

Pfarrausschuß. Wie in allen Pfarren der Diözese Gurk, so wurde auch in hiesiger Pfarre auf Geheiß des fb. G. Ordinariats ein Pfarrausschuß gegründet, der sich aus folgenden Mitgliedern zusammensetzt: Josef Tschemernig u. Andreas Eichholzer, beide Kirchenkämmerer, Josef Mayrobnig, Kaspar Spick (Prescher), Franz Bürger (Ferlitz), Hans Jäger (Schurian), Luzia Bürger (Ferlitz), Josefine Schaller, Baronin Longo, Obfrau der K.F.O., Frau Ogertschnig, Obfr. Stellvertr. u. Frau Glanzer, Obfrau-Stellv. d. K.F.O. Die erste Tätigkeit des neugebildeten Pfarrausschusses begann damit, daß er ein großzügiges Wald- u. Wiesenfest veranstaltete, um die vielen Schulden (2500 S) der neuen Orgel in Krumpendorf zu tilgen. Auf Veranlassung des guten, übereifrigen Kaplans Joh. Holzmann wurde im Kirchlein Krumpendorf eine neue Orgel angeschafft, jedoch ohne jede Barmitteln. Nun, das Waldfest ist recht gut gelungen dank der Rührigkeit des Pfarrausschusses u. des Frauenvereins sowie der Opferwilligkeit der Pfarrinsassen. Es wurde ein Reingewinn von 1700 Schilling erzielt.

Im Laufe des Jahres 1929 waren 6 Trauungen, 9 Todesfälle (8 weibl., 1 männl.) und 9 Taufen (4 männliche u. 5 weibliche). Finis 1929, Vidi in visit. 24 / 5, Val. Marklet.

 

1930

 

Renovierung der Pfarrkirche Pirk. In diesem Sommer wurde die Renovierung der Pfarrkirche, die schon längst hätte vor sich gehen sollen, vollzogen. Turmdach, Presbyterium und die Vorhalle wurden erneuert. Auch wurden die schadhaften Mauerteile der Kirche und des Turmes ausgebessert und die ganze Kirche einschließlich des Turmes neu gefärbelt. Der Blitzableiter wurde instand gesetzt, das Turmkreuz vergoldet und die Turmuhr sowie 2 Torpfeiler beim Friedhof ausgebessert. Die Gesamtkosten betrugen 9414,77 Schilling, von welchen der Patron, das Hochwürdigste Fb. G. Ordinariat, 2523,27 S und die Pfarrgemeinde 6891,50 S zu bezahlen hatte. Der Obmann des Kirchenkonkurrenzausschusses, Herr Johann Krainer in Leinsdorf, hat sich der Renovierung der Pfarrkirche besonders sehr angenommen, keine Mühen und Arbeiten gescheut und sehr viel beigetragen, daß die Kirche in Pirk zu einem Schmuckkästchen geworden ist.

Im Jahre 1930 wurden nur 4 Kinder getauft, während 12 Sterbefälle und 6 Trauungen zu verzeichnen sind.

 

1931

 

Installierung des neuen Pfarrers. Am Ostermontag fand die Installation des Pfarrprovisors Franz Kulik zum Pfarrer von Pirk statt. Als Installateur fungierte Hochw. H. Pfarrer Schneditz von Pörtschach. Die ganze Pfarrgemeinde und viele Angehörige der Nachbarpfarren nahmen daran teil, es war sozusagen ein „Hosanna“ dem neuen Pfarrer, worauf das „Cruzifige“ wohl sicher noch folgen wird!!

Firmung Krumpendorf 1931

Firmung Krumpendorf 1931 mit Pfarrer Franz Kulik

Elektrisches Licht in Kirche u. Pfarrhof. Mitte Dezember 1931 wurde das langersehnte elektrische Licht in der Pfarrkirche Pirk und im Pfarrhof fertig installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2000 S.

Im Jahre 1931 fanden 10 Taufen, 12 Sterbefälle und 2 Trauungen statt.

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