Schulchronik 1874 – 1883

 

1874

 

Unterrichtsbeginn im neuen Volksschulhaus (Kirchenweg 1), Lehrer: Vinzenz Kurzel (Oberlehrer), Albert Müller. [Anm.: Kurzel war der Schwiegersohn von Lanner und Bürgermeister von Krumpendorf von 1860-76.]

Altes Schulhaus am Römerweg 74

Altes Schulhaus vor 1874 am Römerweg 74, Aufnahme: 1935 (Foto: Sven Krommer)

In diesem Haus am Römerweg 74 fand bis zum Umzug (1. November 1874) in die neu erbaute Volksschule am Kirchweg 1 der Unterricht statt.

Gedenkbuch der Volksschule Krumpendorf

Gedenkbuch der Volksschule Krumpendorf

Chronik der Schule zu Krumpendorf Umgebung Klagenfurt Angefangen am 1. Novbr. 1874 dem Eröffnungstage des neu erbauten Schulhauses

 

1875 (September)

 

Erstes Schulfest. „Dasselbe begann mit der Prüfung der Kinder Nachmittag 2 Uhr durch den Lehrer Albert Müller, welche erfreuliche Fortschritte auswieß. Um 4 Uhr wurden durch den Ortsschulrath Geschenke, bestehend in Kleidungsstücken, ausgetheilt, wovon die werthvolleren an die fleißigsten Schulbesucher verabfolgt wurden. Niemand gieng leer aus. Darauf folgte der geordnete Auszug der Schüler unter Harmoniea-Musik nach der Korper-Wiese, wo ein Kletterbaum, Sackspringen, Wettlaufen und Bewirthung mit Bier und Würstel allgemeines Vergnügen erregte. Zahlreiche Schulfreunde waren gekommen, das Fest der Kleinen mit anzusehen, welches den Eifer für die Schule zu mehren geeignet war.“

Eintrag zum ersten Schulfest 1875

Eintrag zum ersten Schulfest 1875

 

1877

 

 

Die an der 2klassigen Volksschule wirkenden Lehrkräfte im Jahre 1875/76.
Josef Fließ, Oberlehrer, welcher als Lehrer in Zeltweg bedienstet war und hierher mit obbenanntem Charakter kam, sodann Elise Rainer, die als prov. Lehrerin in Gmünd bedienstet war und eben auch in solcher Eigenschaft hierorts angestellt wurde. Elise Rainer wurde sodann strafweise nach Freudenberg versetzt, welchen Posten sie aber nicht mehr angetreten haben sollte. – Statt Elise Rainer kam Frl. Maria Madry auf eigenes Verlangen von Freudenberg als Lehrerin nach Krumpendorf. – Josef Fließ, hierortiger Oberlehrer, wurde als Lehrer nach Zeltweg von einem Gehalte von 700 f berufen u. zwar im Jahre 1877, den 25. Februar.

Am 20. Februar 1877 um 2 Uhr Nachmittag wurde der Gedenkstein, welcher an der Südwand des Schulzimmers der 2. Klasse eingemauert wurde, zur Erinnerung des verstorbenen Schulfreundes Josef Koch vulgo Wipponig zu Krumpendorf, in Gegenwart des Ortsschulrathes, der Gemeinde, Kirchen- und Schulvorstehung, unserer Schulfreunde u. der Schuljugend nach vorausgegangener Ansprache des Herrn August Ritter v. Rainer feierlich enthüllet; dann hielt Herr Oberlehrer Fließ eine hierauf beziehende Schlußrede, hob besonders den großen Eifer, die Aufopferung u. die Unterstützung des Verstorbenen beim Schulhausbau hervor. Zum Schluße trugen einige Schüler [zu] dem Feste passende Gedichte vor, sangen mehrere Lieder u. schließlich noch die Volkshymne.
Der hohe k. k. Landesschulrath für Kärnten hat am 16. Februar 1877 den pensionirten k. k. Übungsschullehrer Martin Tarmann zu Klagenfurt zum provisorischen Oberlehrer für die zweiklassige Volksschule zu Krumpendorf ernannt, welchen Posten Herr Martin Tarmann am 28. Februar 1877 übernommen hat.

Am 23. April 1877 inspicirte der der k. k. Bezirksschulen Inspector Herr Quantschnig die zweiklassige Volksschule in Krumpendorf.

Mit Schluß des Schuljahres 1876/77 wirkten an der zweiklassigen Volksschule zu Krumpendorf in der 2. Klasse der Oberlehrer, Herr Martin Tarmann. u. in der 1. Klasse die Lehrerin, Fräulein Maria Madry.

Am 28. Juli 1877 inspicirte der der k. k. Bezirksschulen Inspector Herr Quantschnig die zweiklassige Volksschule zu Krumpendorf.

Am 10. August 1877 wurde in Gegenwart des Hochwürdigen Herrn Andreas Alliantschitsch, Dechant u. Mitglied des Bezirksschulrathes Klagenfurt, des Ortsschulrats-Obmannes u. des Schulleiters von dem hiesigen Pfarrer die Religions-Prüfung vorgenommen.

Am 14. August 1877 hat in Krumpendorf der landwirtschaftliche Unterricht mit den Schülern der zweiten Klasse im Alter von 12-14 Jahren begonnen, u. zwar durch den Oberlehrer, Herrn Martin Tarmann.

 

1878

 

Am 18. Jänner 1878 inspicirte der k. k. Bezirksschulen Inspector, Herr Quantschnig, die zweiklassige Volksschule zu Krumpendorf.

Am 23. März 1878 inspicirte der der k. k. Bezirksschulen Inspector, Herr Dr. Josef Gobanz, die zweiklassige Volksschule zu Krumpendorf.
Der Herr k. k. Finanz-Minister hat am 7. März 1878 den Herrn Martin Tarmann, Oberlehrer in Krumpendorf, zum k. k. Ökonomie-Referenten u. Mitgliede der k. k. Bezirks-Schätzungs-Commission zur Regelung der Grundsteuer zu Klagenfurt ernannt. Herr Tarmann war seit 28. Februar 1877 als Lehrer der 2. Klasse u. Leiter der zweiklassigen Volksschule zu Krumpendorf, u. hat am 2. April 1878 in Gegenwart dreier Ortsschulrats-Mitglieder seinem Nachfolger übergeben.

Der laut Dekret d. h. k. k. Landesschulrathes dtto 8/3 78 Z. 376 zum provisorischen Lehrer für Tultsch[nig] ernannte Julius Kleinberger wurde mit Dekret des löbl. k. k. Bez. Sch. R. dtto 29/3 März 1878 Z. 468 bis zur definitiven Besetzung hiesiger Oberlehrerstelle aushilfsweise hieherversetzt und hat selbe mit 1. April 1878 seinen Posten angetreten und zugleich sämmtliches Inventar von seinem Vorgänger übernommen.

Laut Dekret d. h. k. k. Landesschulrathes vom 7. Juni 1878 Z. 1085 wurde Schaschl Valentin, definitiver Lehrer in Tainach, zum definitiven Lehrer u. provisorischen Schulleiter in der Volksschule in Krumpendorf ernannt u. hat hier diesen Posten am 28. Juni 1878 angetreten, an welchem Tage auch die Übergabe sämtlichen Inventars von seinem Vorgänger stattfand.

Am 2. Juli 1878 inspizierte der der k. k. Bezirksschul Inspektor, Herr Quantschnig, die Volksschule zu Krumpendorf u. wies dem Schulleiter die 1. u. 4. Abtheilung, dem Frl. Madry aber die 2. u. 3. Abtheilung der Schüler zu.

Am 9. August wurde in Gegenwart des Hochw. Herrn Andreas Alliantschitsch, Dechant u. Mitglied des Bezirksschulrathes Klagenfurt, u. des Schulleiters von Herrn Pfarrer Val. Kapun die Religionsprüfung vorgenommen.

 

1882

 

Am 10. März starb der Oberlehrer V. Schaschl nach längerem schmerzlichen Leiden (am gleichen Tage wurde sein Töchterchen geboren). Am 12., Sonntag, war die Leiche unter großer Betheiligung der Bevölkerung. Erschienen waren auch Herr Dr. Gobanz, k. k. L. Schulinsp., und Herr Karl Preschern, k. k. B. Schulinspector, sowie 35 Collg., die Schüler Krumpend. und Tultschnig. Der Landes-Lehrerverein, dessen Ausschussmitglied der Verstorbenen war, war vertreten durch den Obmann Fugger und zwei Ausschussmitgl., welche den gespendeten Kranz trugen. Er wurde begraben zu Pirk. Am Grabe, sowie in der Kirche, sangen die Lehrer Trauerlieder. Sein Grab schmückt ein Grabstein und zwei Zypressen. – Den Unterricht besorgte während der Krankheit des Sch. sowie nach dem Tode Lehrerin Madry allein. Es war alternierender Ganztagsunterricht eingeführt.

Vom 15. Juni bis 31. Juli lehrte in der 1. u. 4. Abtheilung Herr Krewitz, Lehrer in Eisenkappel, welcher für diese Zeit nach Krumpendorf beurlaubt war.

Am 1. August übernahm Herr Alois Bernot, der laut Decret d. h. k. k. L. Sch. R. dtto Zhl. als Leiter für Krumpendorf ernannt wurde, die Leitung der Schule und den Unterricht in der 1. u. 4. Abth., während Frl. Madry den Unterricht wie bisher in der 2. u. 3. Abth. besorgte.

Im Monate August wurde vom H. Bernot eine Sammlung unter den Sommergästen zu Gunsten der Schülerbibliothek eingeleitet, welche den Betrag von 30 fl ergab. Davon wurde das Einbinden von mehreren defecten Bibliotheksbüchern bestritten so wie mehre[re] neue Bücher angeschafft. Auch wurde eine Stampiglie mit der Inschrift „Schule Krumpendorf“ gekauft. (Die Schule besaß bisher keine Stampiglie.)

Der 11. September war ein großer und schöner Festtag, nicht allein für die Gemeinde, sondern auch für die Schule Krumpendorf. – Sne Majestät, der Kaiser Franz Josef, hatte die Huld, während seiner Anwesenheit in Klagenfurt bei der Fahrt nach Pörtschach und Velden auch am Bahnhofe von Krumpendorf die Huldigung der Gemeinde entgegen zu nehmen. – Schon lange vor 4 Uhr nachmittags versammelten sich am Bahnhofe die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister Simon Pregel, der Ortsschulrath unter Führung des Obmannes, Herrn August R. v. Rainer, der Pfarrer von Pirk, Valentin Kapun, der Pfarrer von Tultschnig, J. Sket, die freiwillige Feuerwehr unter Führung ihres Hauptmannes, Herrn Anton Wieninger, die Schuljugend von Krumpendorf, geführt von Herrn Schulleiter Al. Bernot und der Lehrerin Frl. Marie Madrý, und die Schuljugend von Tultschnig, geführt vom Schulleiter, Herrn Korpnik, und dem Lehrer, Herrn Otto Steyrer. Außerdem war eine große Zahl von den Gemeindeinsassen und den Sommergästen am Bahnhofe erschienen. Bei der Ankunft wurde Sne Majestät mit brausendem „Hoch“ begrüßt. Die Feuerwehrmusik spielte die Volkshymne. Herr v. Rainer hielt eine kurze Ansprache. Die Schülerin der II. K. II. Abt. Elisabeth Mairobnig überreichte dem Kaiser ein prachtvolles Bouquet, welches die Frau Josefine Oblasser der Schule zu diesem Zwecke spendete, mit folgender Ansprache: „Geruhen Euere Majestät dieses Zeichen der Liebe der Krumpendorfer Schüler huldvollst entgegen zu nehmen.“ Auch von den Schülern Tultschnig wurde ein kleines Bouquet überreicht, welche beide der Kaiser entgegen nahm. H. v. Rainer [stellte] nun folgende Personen vor, welche alle vom Kaiser mit seiner Ansprache ausgezeichnet wurden: Den Pfarrer Kapun, den Pfarrer Sket, den Bürgermeister Pregel, den Lehrer Bernot u. den Lehrer Korpnig. Der Feuerwehrhauptmann Wieninger wurde ebenfalls mit einer Anrede ausgezeichnet. Dem Kaiser schienen die festlich Gekleideten mit Sträußen auf der Brust frisch und gesund aussehenden Schulkinder ausnehmend gut zu gefallen, denn er schritt die ganze Reihe ab und betrachtete sie noch von dem Coupefenster aus mit sichtlichem Wohlgefallen. – Der Freigebigkeit und Schulfreundlichkeit der Frau Oblasser verdankte die Schuljugend von Krumpendorf eine gute Jause, welche beim Simonwirt verabreicht wurde. Es erhielt jedes Kind ein Glas Bier, eine Semmel und eine Wurst. – Abends wurde das Schulhaus und alle Häuser, die eine Aussicht auf den See haben, festlich beleuchtet. Auf dem See fand ein prachtvolles Feuerwerk statt und auf den Höfen um den ganzen See herum brannten Freudenfeuer. Es war ein prächtiges Bild, welches einen unvergeßlichen Eindruck auf jeden machte.

Im November fand die Neuwahl der Gemeindevertretung und im Dezember die Wahl des Bürgermeisters und des Ortsschulrathes statt. Zum Bürgermeister wurde gewählt Herr Anton Wieninger, Gutsbesitzer in Krumpendorf. Als Ortsschulrath wurden gewählt die Herrn: Aug. R. v. Rainer, Jakob Marinitsch vlg. Jerolitsch, Peter Spick vlg. Toffe (Lorenz Spick vlg. Prescher als Ersatzmann), Val. Kapun. In der darauf folgenden Sitzung des Ortsschulrathes wurde Aug. R. v. Rainer zum Obmann und Pfarrer Kapun zu dessen Stellvertreter gewählt.

Am 23. December 1882 wurde zur Feier des 600jährigen Bestandes der Habsburger Dynastie in Österreich gem. Erl. d. h. k. k. Landesschulrathes dtto vom 14.12 82 Zhl 1751 keine Schule gehalten. Die Schüler betheiligten sich an einer Messe in Pirk, wurden dann in die Schule geführt, woselbst eine Ansprache über die Bedeutung dieser Feier v. H. Schulleiter gehalten wurde, dann wurde die Volkshymne gesungen und die Schüler entlassen.

 

1883

 

Vom 26. April bis 2. Mai wurde wegen Krankheit des H. Lehrers und vom 5. bis 15. Mai wegen Krankheit der Lehrerin Frl. Madry nur in einer Klasse und zwar vom 26.4.-2.5. nur in der 2. und von 5.5.-15.5. nur in der 1. Kl. Unterricht ertheilt.

Am 5. Juni inspizierte der gesammte k. k. Bezirksschulrath die Schule. Der Nachmittag wurde vom Vorsitzenden, Herrn Bezirkshaupt. Regierungsrath Kronig freigegeben.
Am 21. Juli inspizierte der k. k. Bezirksschulinspector, Herr Karl Preschern, die Schule.

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