Don Gonzalos tödlicher Unfall 1934

Don Gonzalo de Borbón y Battenberg (* 24.10.1914) war der fünfte Sohn von sieben Kindern des spanischen Königs Alfons XIII. (1886-1941) und seiner Frau Prinzessin Victoria Eugénie von Battenberg (1887-1969), der auf tragische Weise aufgrund eines Verkehrsunfalls am 13.8.1934 am Wörthersee verstarb.

Gedenktafel in Krumpendorf

Gedenktafel in Krumpendorf
Inschrift: S.A.R. Don Gonzalo de Borbón y Battenberg +13.VIII.1934

Im August 1934 verbrachte Infant Gonzalo zusammen mit seiner Familie die Sommerferien in der Villa des Grafen Born in Pörtschach am Wörthersee. Am Sonntag, dem 11. August um halb acht Uhr am Abend fuhr er zusammen mit seiner Schwester Infantin Beatrix Isabel mit dem Auto von Klagenfurt nach Pörtschach zurück. In Krumpendorf musste seine Schwester, die am Steuer saß, dem Reichsdeutschen Freiherr Richard von Reimanns, der auf einem Fahrrad unterwegs war, ausweichen und fuhr mit dem Auto gegen die dem Schloss Krumpendorf gegenüberliegende Gartenmauer. Der Aufprall war so heftig, dass am Auto erheblicher Sachschaden entstand. Freiherr von Reimanns wurde gestreift, erlitt aber nur leichte Verletzungen. Die Infantin selbst blieb unverletzt, Don Gonzalo hatte äußerlich ebenfalls nur leichte Verletzungen erlitten. Da der Infant jedoch Bluter war, er litt an Hämophilie, waren diese leichten Verletzungen verhängnisvoll und führten letztendlich zum Tod. Von seinen zwei Brüdern hatte auch der Kronprinz Infant Alfonso von seiner Mutter die Bluterkrankheit vererbt bekommen, der andere Bruder war taubstumm.

Der Prinz wurde sofort nach Pörtschach zu seiner Familie gebracht. Die Ärzte stellten bei ihm schwere Bauchblutungen fest, eine Operation konnte nicht vorgenommen werden. Um halb zwei in der Früh starb der erst 19-jährige Infant an seinen inneren Verletzungen.

Am Mittwoch, den 15.8. fand am Vormittag die feierliche Beisetzung statt. Vor der Garage der Villa Felicitas des Grafen Born, wo die spanische Königsfamilie logierte, war Don Gonzalo aufgebahrt. Zwei Männer des Schutzkorps hielten die Ehrenwache. Viele Sommergäste, Einheimische und Trauergäste nahmen am Sarg Abschied vom Verstorbenen. Zahlreiche Häuser hatten schwarze Fahnen gehisst.

Die Klagenfurter Zeitung schildert die Trauerfeierlichkeiten folgendermaßen: „Eröffnet wurde der lange Leichenzug durch „Jung-Vaterland”, woran sich die Schuljugend mit Direktor Müller anschloß. Ihr folgten die Ehrenkompanie des Alpenjägerregimentes Nr. 11 mit schwarzumflorter Fahne, die Kapelle des Regimentes mit Herrn Kapellmeister Haßlinger, hierauf die Geistlichkeit … Vor dem Leichenwagen fuhr ein Auto mit den vielen Kranzwidmungen. Hinter dem von Soldaten des Alpenjägerregimentes flankierten Leichenwagen schritt die Königsfamilie, König Alfons mit der Königin, die Brüder und Schwestern sowie Verwandten des Verblichenen …

Im Friedhof hatten unter dem Kommando des Bezirksfeuerwehrhauptmannes Schützenauer die Feuerwehren von Pritschitz, Pörtschach und Töschling, um das Grab,  in dem die provisorische Beisetzung erfolgte, Spalier gebildet. Militärkapelle und Ehrenkompanie hatten beim Eingang in den Friedhof Aufstellung genommen. Tiefergriffen standen die Hinterbliebenen und die Trauergäste rund um das Grab. Nach der kirchlichen Einsegnung schritt der König an die zum Begräbnis erschienene Gattin des Bundespräsidenten Frau Miklas und dankte ihr für ihre Anteilnahme, sie sodann der Königin und den Hinterbliebenen vorstellend. Als erste gab Frau Miklas Erde in das frische Grab, worauf der König, die Königin, die beiden Brüder und die Schwestern des Toten am Grabe Abschied nahmen.”

Begräbnis des spanischen Prinzen Don Gonzalo am Friedhof in Pörtschach

Begräbnis des spanischen Prinzen Don Gonzalo am Friedhof in Pörtschach
Im Vordergrund König Alfons XIII am Grab seines Sohnes 1934
(Foto: Peter Napetschnig)

Daraufhin verließen die Trauernden den Friedhof, vor dem eine große Anzahl an Kränzen niedergelegt worden war. Diese stammten u.a. von Kaiserin Zita, der Bundesregierung, Bundesminister Fey, Landeshauptmann General Hügerth, Fürst Hohenlohe, Graf Khevenhüller und Ministerpräsident Mussolini.

Am Freitag statteten der Herzog von Alba und Prinzessin Hohenlohe dem Landeshauptmann von Kärnten in Klagenfurt einen Besuch ab, um im Namen der Königsfamilie und aller im Land  weilenden Spanier den Dank auszusprechen, für alles was anlässlich des Unglücksfalles getan wurde. Themen der weiteren Gespräche waren der Kärntner Abwehrkampf und die Ereignisse der letzten Zeit.

1985 wurde der Leichnam von Don Gonzalo nach Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial umgebettet. Er ruht heute in der Krypta Pantheon der Infanten.

Eine Gedenktafel an der Hauptstraße auf Höhe des Schlosses Krumpendorf erinnert an dieses Unglück.

Quellen:

  • Wikipedia: „Don Gonzalo de Borbón y Battenberg”
  • Klagenfurter Zeitung, 14., 15., 17. und 18.8.1934
  • Kärntner Tagblatt, 17.8.1934

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