Krumpendorfer Flugsporttag 1967

Ein mächtiges, kontinentales Hoch bescherte dem Wörthersee sonniges und kaltes Winterwetter. Auch tagsüber blieben die Temperaturen  im Minusbereich. Hervorragende Voraussetzungen für den internationalen Winter-Flugsporttag auf dem zugefrorenen Wörthersee am Sonntag, den 12. Februar 1967.

90 Maschinen aus der Schweiz, Jugoslawien, Italien, Deutschland und natürlich Österreich nahmen teil. Teams des Zweiten Deutschen Fernsehns, des RTV Laibach und des ORF berichteten ausführlich über die Großveranstaltung, deren Zentrum Krumpendorf war. Das kleine Krumpendorf stand hinter dieser großartigen Flugschau, die internationale Beachtung fand. Veranstalter waren die Gemeinde Krumpendorf unter Bürgermeister Neidhardt, der Kärntner Luftfahrerverband und der Motorfliegerclub Kärnten. Die Gesamtleitung hatte Ing. Hermann Trojer inne, der von Gemeindesekretär Horst Jaklitsch unterstützt wurde.

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Start- und Landebahn befanden sich auf dem Eis des Wörthersees direkt vor dem Parkbad Krumpendorf.

Der Ort war vollgestopft mit Autos und auch vielerorts rund um den See ging kaum noch was. Über 20.000 Besucher verfolgten das Schauspiel. Die Piloten, von denen die meisten schon am Vortag  am Flughafen Klagenfurt gelandet waren, wohnten in der Früh in der Pfarrkirche Krumpendorf einer Messe bei, die Pfarrer Schönberg, selbst Sportflieger, zelebrierte.

 

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Um zehn Uhr startete die erste Maschine vom Flughafen Klagenfurt und landete kurz darauf auf der Start- und Landebahn vor Krumpendorf. Im Minutenabstand flogen die Maschinen ein, die anschließend auf dem Eis besichtigt werden konnten. Kommentiert wurde die Veranstaltung vom Radiosprecher Ing. Hermann Troyer, selbst Sportflieger.

Die Burda-Staffel, die man auch im Sommer öfters zu sehen bekam, setzte beim Anflug einige Fallschirmspringer ab, zeigte das Ballonrammen, vollführte tollkühne Kapriolen beim Zirkusreigen und zeigte ihre Geschicklichkeit bei der Banneraufnahme. Auch die Schweizer Boelkow-Staffel präsentierte Kunstflüge im Verband.

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Flugsporttag in Krumpendorf am Wörthersee 1967

Die Ankündigung der Düsenflugzeugstaffel war das Zeichen, den Luftraum frei zu machen. Dann waren sie da, die Fouga-Magistre aus Graz-Thalerhof und vollführten ihr Programm, das man in Kärnten so noch nicht zu sehen bekommen hatte. Unter der Leitung von Major Pippan, einem gebürtigen Veldener, zeigten die Piloten mit ihren französischen Maschinen ein gewagtes Formationsflugprogramm in höchster Präzision.

Düsenflugzeugstaffel des Bundesheeres

Düsenflugzeugstaffel des Bundesheeres

Noch während die Düsenjets flogen, tauchte auf dem Eis ein Clown, Prof. Ödipus aus Frankfurt, auf. Er vollführte mehrere Einlagen, turnte auf einer Maschine der Burda-Staffel herum, saß plötzlich in der Maschine und flog los, legte ein abenteuerliches Flugmanöver hin und landete wieder sicher auf dem Eis. Der lustige Abenteurer war Burda Staffelkapitän Maier.

Der slowenische Kunstflugmeister Silvio Orozin zeigte sein Weltmeisterschaftsprogramm. Mit dem Überflug der Vorführmaschinen und dem Staffelfallschirmsprung endete der Flugsporttag am Wörthersee.

Den Sieg der Zeit- und Ziellandewertung für Sportflugzeuge gewann Ulrich Häusermann aus der Schweiz. Beim Fliegerball am Abend, der im Kursaal von Krumpendorf stattfand, wurden die Teilnehmer geehrt und die Preise verliehen.

Düsenflugzeugstaffel des Bundesheeres

Düsenflugzeugstaffel des Bundesheeres

Damit war der rundum gelungene Winter-Luftsporttag zu Ende gegangen. Vergessen war auch erstmal das Unglück, das sich zwei Tage zuvor ereignet hatte und das manche vielleicht als nicht so gutes Omen für den kommenden Flugsporttag gesehen hatten. Ein mit drei Bediensteten der Gemeinde Krumpendorf besetzter Kleintransporter brach in der Nähe von Walterskirchen ins Eis ein und versank. Die drei Männer konnten sich retten. Das Fahrzeug , das ca. 30m auf Grund sank, war nicht zu bergen, da das Eis an der Unfallstelle nur wenige Zentimeter dick war.

 

Quellen:

  • Kleine Zeitung 10.2.1967, 14.2.1967
  • Kärntner Tageszeitung 12.2.1967
  • Volkszeitung 12.2.1967, 14.2.1967
  • Schul- und Ortschronik Krumpendorf

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