Christkönigkirche

Die alten Fotos zeigen ein anderes Kirchlein an der Stelle der Christkönig-Kirche, Georgskirche genannt. Sie war in den 1950er Jahren zu klein geworden und so entschloss man sich, eine große Hallenkirche zu errichten. Diese sollte 300 Sitz- und 700 Stehplätze bieten.

Neubau Christkönigkirche 1960

Neubau Christkönigkirche 1960 (Foto: Schindler-Kunewald)

In den Jahren 1959 – 1962 wurde nach Plänen und Aufsicht von Alfons Nessmann der neue Kirchenbau errichtet. Die Grundsteinlegung und Segnung des Grundsteins erfolgte durch Bischof Josef Köstner am 18.9.1959. Die Ausrichtung ist jetzt Nord-Süd. Den Grundriss bildet ein gestrecktes Fünfeck. Die beiden Schenkel der Apsis mit seitlichen Fenstern, die einen kulissenartigen Lichteinfall zum primären Altar und in den Chorbereich gewähren.

Neubau Christkönigkirche 1961

Neubau Christkönigkirche 1961 (Foto: Schindler-Kunewald)

Nach Osten findet sich eine Erweiterung durch die Georgskapelle mit daran angebauten Kirchturm (Stahlbeton), gegen Westen die Sakristei mit anschließendem Wohnbereich für Messner und Familie. Im Souterrain der südlichen Kirche befindet sich der Pfarrsaal.  Während der Bauphase fanden die Werktagsgottesdienste in der Pfarrhauskapelle, die Sonntagsgottesdienste im Krumpendorfer Kinosaal statt.

Die Einweihung der neuen Kirche am 23.9.1962 war ein Großereignis für Krumpendorf. Schon am Donnerstag und Freitag gab es Abendfeierlichkeiten und am Samstag eine Lichterprozession mit anschließender Predigt. Der MGV “Seerösl” sowie die Krumpendorfer Blasmusikkapelle waren ebenso in die Feierlichkeiten eingebunden wie die Aufführungen der Schulkinder, die die Lehrerin Elfriede Wister mit ihnen einstudiert hatte. Nach Bürgermeister Kutternig sprach Pfarrer Lappe: “Das schöne neue Krumpendorfer Gotteshaus soll in alle Zukunft eine Oase des christlichen Lebens bleiben: eine Oase des Friedens mit Gott und den Menschen.”

Einweihung der Christkönigkirche 1962

Einweihung der Christkönigkirche 1962 durch Bischof Dr. Köstner

Bischof Dr. Köstner versenkte das Reliquienschränkchen im Altar und schrieb das Aschezeichen des Alpha und Omega auf den Opfertisch: Gott ist der Anfang und das Ende. In seiner anschließenden Festpredigt forderte er die Gläubigen auf, sich des neuen Gotteshauses würdig zu erweisen. Er bezeichnete diesen Tag als Freudentag, auf den die Krumpendorfer eigentlich schon seit dem Jahr 1918 gewartet hatten.

Die fertiggestellte Christkönigkirche

Die fertiggestellte Christkönigkirche (Foto: Buchner-Kopper)

 

Glockenweihe

Am 19. Mai 1968 wurden die fünf neuen Glocken auf dem Kirchplatz geweiht. Die Feier bestand aus einer Waschung, einer Salbung und einer Räucherung. Die Messe zelebrierte DDr. Philip Bugelnig, der auch die Weihe vornahm. Der Krumpendorfer Pfarrer Ferdinand Lappe sprach die Weihegebete, die Glockenpatinnen sprachen die Worte der Weihe, führten den Anschlag der Glocken durch und gaben ihnen die Namen.

Glockenkomitee 1968

Glockenkomitee 1968

Glockenkomitee: August Köfer, Bgm. Helmut Neidhardt, Franz Nadrag, Hans Koch (von links)

Gegossen wurden die Glocken von der 1599 gegründeten Glockengießerei Graßmayr in Innsbruck. Die Patinnen waren extra zum Glockenguss am 26. Jänner 1968 nach Innsbruck gereist. Die Glocken tragen die Inschrift der Stifter und die Vornamen der Patinnen.

Der Weihespruch an der St. Josefs-Glocke lautete:

Hl. Josef, Patron aller Arbeiter des
Geistes und der Leibeslehre,
[lass] uns arbeiten nach dem Willen
des ewigen Schöpfers.

Glockenweihe Patinnen 1968

Glockenweihe Patinnen 1968

Die Glockenpatinnen (von links):
Gertrude Leitner, Josefine Habich, Rosa Thamer, Berta Marinitsch,
Christine  Huainig, Maria Oswald, Herr Graßmayr (Glockengießerei),
Maria Koch, Anna Nadrag, Elisabeth Köfer,  Annemarie Trinker
stellvertretend für Ingrid Schurian

Friedensglocke 1300 kg Stifter: Albin Viktor Schurian; Patin: Ingrid geb. Baronin Auer von Welsbach
Marienglocke   650 kg Stifter: Familien Hans Koch, Franz Nadrag und August Köfer, Patinnen: Maria, Anna und Elisabeth
Josefsglocke   380 kg Stifter: Familien Richard Marinitsch, Josef Huainig, Franz Oswald; Patinnen: Berta, Christine, Maria
Georgsglocke   260 kg Stifter: Familien Otto Habich und Franz Thamer; Patinnen: Josefine und Rosa
Erzengel-Michael-Glocke   150 kg Stifter: Familie Josef Leitner; Patin: Gertrude

Weitere Entwicklung

Im weiteren Verlauf erhielt die Kirche 1971 die neue Orgel, die am 8. Dezember eingeweiht wurde. Bei den Festlichkeiten wurde die Orgelsolomesse von Haydn aufgeführt. Auch der Kirchenchor und der Gemischte Chor unter Leitung von Prof. Inzko trugen zur Feierlichkeit des Tages bei.

Das Innere der neuen Pfarrkirche Krumpendorf 1962

Innenraum der neuen Pfarrkirche Krumpendorf 1962

Die Innenausstattung wurde im Laufe der Jahre immer wieder modifiziert. War zunächst ein traditioneller Altar installiert, wurde entsprechend dem 2. vatikanischen Konzil ein Volksaltar 1973 errichtet, der bereits etwas mehr zu den Gläubigen rückte. 1982 konnte in der Apsis das Bronzerelief mit Kreuz vom Künstler Valentin Oman aufgestellt werden, das nach wie vor Blickfang des Kirchenraumes ist. Es thematisiert die Vergänglichkeit des Menschen und seine Erlösung im Zeichen des Kreuzes.

2001 wurde der Innenraum durch den Kärntner Architekten Felix Orsini-Rosenberg, der als Experte im Bereich sakrale Architekturkonzepte gilt, neu angeordnet. Die Sitzreihen formen um die beiden Brennpunkte Taufe (Taufbecken) und Eucharistie (Altar) ein Elypsoid, deren Mitte leer ist, Raum frei gibt für das Geheimnis und die Gemeinschaft blickt sich gegenseitig an. Wie zu Hause im Alltag sind alle um den Tisch versammelt und keiner hat den Vorsitz, keiner ist höher als der andere.

2003 werden zwei Engel aus heimischen Nussholz vom akademischen Bildhauer Alexander Kanduth angeschafft. Felix Orsini-Rosenbeg konzipiert den Marienaltar neu. Maria kommt aus der Bibel auf uns zu.

2006 – Platz der Begegnung: Vor der Kirche wurde der “Platz der Begegnung” geschaffen. Alle sollen an diesem Platz die Möglichkeit haben, zu verweilen oder zu feiern. Felix Orsini-Rosenberg war bei der Gestaltung des Platzes Berater. Es war auch seine Idee, die Grundrisse der 1959 abgerissenen kleinen Georgskirche in den Boden einzulassen.

Quellen:

  • Pfarr- und Infoblätter des kath. Pfarramts Krumpendorf
  • Festschrift “Zum 50-Jahr Jubiläum der Christkönig-Kirche in Krumpendorf”, 2012
  • VZ vom 21. Mai 1968
  • 3000 Jahre Krumpendorf, 1991 Carinthia Verlag Klagenfurt
  • Filmarchiv Walter Lebitsch

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