Bau- und Besitzgeschichte

 

Oberhalb von Krumpendorf, auf dem Höhenrücken der sich vom Grazerkogl gegen Pörtschach hinzieht, befindet sich unterhalb von Drasing das Schloss Hornstein. Das kleine zweistöckige Bauwerk auf quadratischer Basis macht durch seine beiden diagonal gestellten runden Ecktürme mit ihren stumpfen Kegeldächern den Eindruck einer kleinen wehrhaften Burg. Vermutlich bestand der ursprüngliche Bau nur aus dem nördlichen Turm und den angrenzenden Wirtschaftsräumen an welche später unter Aufstockung eines Stockwerkes ein zweiter Turm angebaut wurde.

Schloss Hornstein 1929

Schloss Hornstein 1929

Als Erbauer gilt Ulrich Hornburger oder Hornsteiner, der urkundlich 1477 als kaiserlicher Pfleger zu Lavamünd erscheint. Ihm folgte 1522 Jörg Hornberger zu Hornstein (+ 1570), auf diesen 1551 Christoph Hornberger, dann 1575 Adam von Hornberg zum Hornstein. Letzterer war, wie auch die Feullner zu Drasing, aufgrund ihres protestantischen Bekenntnisses vermutlich gezwungen worden, das Land zu verlassen.

Als nächster Besitzer von Hornstein lässt sich Johann Christoph Mandl von und zu Deutenhofen (+1644) feststellen, der dieses vermutlich 1630 zusammen mit Drasing und dem ursprünglich bäuerlichen Lehen Falkenberg gekauft hatte, worauf er von Kaiser Ferdinand II. damit belehnt wurde. Verheiratet mit Magdalena Gräfin von Attems starb er 1644 zu Mageregg. Auf ihn folgte sein Sohn Georg Ernst Mandl von und zu Deutenhofen, der Drasing, Hornstein, Falkenberg, Tigring, Seltenheim, Hallegg, Ehrenhausen, Ebenthal und Neuhaus besaß. Seine Söhne teilten den großen Besitz ihres Vaters, wobei Johann David Freiherr von Deutenhofen (+ 1723) unter anderem Hornstein und Falkenberg zufielen. Er verkaufte seinen Erbteil an Georg Siegmund Haller von Hallerstein, der auf die schriftliche Bitte des Propstes von Tainach am 7. März 1650 für die Kapelle in Hornstein eine Messlizenz vom Salzburger Fürsterzbischof Paris Graf Lodron erhielt. Durch die 1742 erfolgte Heirat von Isabella Freiin Haller v. Hallerstein mit Franz Anton Graf von Ursenbeckh und Massimi gelangte Hornstein in den Besitz der Familie ihres Mannes.

Im Jahre 1764 wird der k. k. Obrist Joseph von Stegner als Besitzer von Hornstein erwähnt. Dieser verkaufte es 1770 an Anton Wölle, der es wiederum 1781 an Maria Anna Gräfin von Platz veräußerte, worauf es 1784 in den Besitz von Johann Glantschnigg kam. Im Jahr 1799 war Josef Kopper Besitzer, ihm folgten 1810 Sebastian Sarnitz, 1818 Florian Dinzel v. Angerburg und 1820 Johann Rauscher. Letzterer wirtschaftete den Besitz derart hinunter, das Hornstein 1824 versteigert und von Kaspar Petritz erworben wurde. Dessen Nachfolger waren Georg und dessen Sohn Gottfried Kaschitz, die das Schloss bis 1848 besaßen. Ihnen folgte Gottfried Koschacker.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde leider das Innere des Schlosses nachhaltig verändert: Die ursprünglich vorhandenen Repräsentationsräume im ersten Stock wurden, da zweckdienlicher und vor allem beheizbar, durch das Einziehen von Trennwänden in kleine Zimmer verwandelt. Auch die ursprünglichen Fensterumrahmungen der Repräsentationsräume an der Südfassade – im Kupferstich von Valvasor von 1688 noch deutlich erkennbar – wurden herausgebrochen und durch kleine Fenster ersetzt etc.

Schloss Hornstein - Kupferstich Valvasor 1688

Schloss Hornstein – Kupferstich Valvasor 1688

Im Jahre 1865 erwarb der k. k. Kreisgerichtsrat Otto Freiherr von Sterneck (1821-1890) das baufällige Schloss um 11.000 Gulden.

Schloss Hornstein - Zeichnung von Markus Pernhart

Schloss Hornstein – Zeichnung von Markus Pernhart um 1860

Danach befand es sich im Besitz seines Sohnes Walther Freiherr von Sterneck (1852-1933), der ab 1896 als Abgeordneter und bis 1918 als Ausschussbeisitzer des Kärntner Landtages fungiert hat. Seiner Ehe mit Ida Gräfin von Walterskirchen (1867-1943) entstammten ein Sohn und eine Tochter.

Schloss Hornstein 1913

Schloss Hornstein 1913 (Foto: Slg. Rainer / TAÖ)

Vor dem I. Weltkrieg wurde aus Platzmangel auf der Rückseite des Schlosses ein Anbau errichtet, und vor allem der bisher bestehende schmale Gartenteil im Süden durch Aufschütten in eine Terrasse verwandelt. Erbe des Schlosses wurde Otto Freiherr von Sterneck (1902-1942), der im Verlauf des II. Weltkrieges am 19. Oktober 1942 in Russland fiel. Bekanntheit erlangte vor allem dessen künstlerisch hochbegabte jüngere Schwester, die Malerin Elisabeth von Guttenberg (1903-1960).

Als Besitzerin von Hornstein folgte ihm dessen Witwe Marie-Hermine Freifrau von Sterneck (1904-1981), geb. Gräfin Künigl.

Nach ihrem Tode gelangte Hornstein als Erbe an ihre jüngste Tochter Felicitas Freifrau von Steeb (1933-2016). Das Schloss befindet sich heute im Besitz ihres ältesten Sohnes. Es ist ganzjährig bewohnt und kann nicht besichtigt werden.

Verfasser: Dr. Christian Steeb

Die Familie Sterneck auf Schloss Hornstein in Krumpendorf

Quellen:

  • Hermann Wiessner: Burgen und Schlösser um Klagenfurt, Feldkirchen, Völkermarkt (= Kärntens Burgen und Schlösser II), Wien 1965, S. 40f.
  • Christian Steeb/Tomáš Sterneck: Die Daublebsky Freiherren von Sterneck zu Ehrenstein. Zur Geschichte und Genealogie der seit fast zweihundert Jahren in Kärnten beheimateten Linie einer böhmischen Adelsfamilie (= Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie Bd. 104),hrsg. v. Geschichtsverein für Kärnten. Klagenfurt am Wörthersee 2011.

 

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