Karl Egger sen. führte in Krumpendorf in der Berthastraße eine Bau- und Möbeltischlerei, in der auch Karl jun. seine Lehre machte und mitarbeitete. Bald jedoch gab es Unstimmigkeiten mit dem Vater und der Junior verließ den elterlichen Betrieb.
Aus dem umfangreichen Grundbesitz des Johann Koch konnte Rosa Egger, geb. Filler, die Frau von Karl jun., im Jahr 1928 die Parzelle 365/2, KG Gurlitsch II, „zur Errichtung einer Schreinerwerkstatt“ erwerben. Rosa Egger (geb. 16.3.1897, verstorben 4.1.1982) war mit Karl Egger (8.6.1894 – 7.6.1974) verheiratet. Die Bau- und Möbeltischlerei diente dem Broterwerb der jungen Familie. Die auf dem Grundstück errichteten Gebäude (Werkstätte mit Wohnbestandteil) hatten erst die Hausnummer „Gurlitsch 27“, nach der Festlegung von Straßennamen wurde die Adresse auf Hauptstraße 59 (bei Bad Kropfitsch) geändert.


Mit großem Elan startete Karl Egger das Unternehmen, in dem auch einige Krumpendorfer eine Anstellung erhielten. Die Produkte aus der Bau- und Möbeltischlerei waren gefragt, manches Möbelstück wurde sogar mit dem Boot auf die andere Seite des Wörthersees gebracht. Das brachte Egger auf die Idee, sich auch mit dem Bau und der Reparatur von Holzbooten zu beschäftigen – zuerst von Flachbooten, später auch von hölzernen Ruderbooten.
Die Familie Egger erhielt bald auch Zuwachs: Im Jahr 1926 kam Sohn Georg zur Welt, ihm folgte 1930 seine Schwester Rosalia. Jahre später heiratete Rosalia Helmut Neidhart, der von 1964 bis 1971 Bürgermeister der Gemeinde Krumpendorf war.
Da der Wörthersee schon damals fast jedes Jahr zugefroren war, tummelten sich schon früh übermütige Eisläufer in großer Zahl am See. Für viele war es ein Glück, dass die Familie Egger so nah am Ufer wohnte, denn dort hörte man oft die Hilferufe eingebrochener Eisläufer und konnte rettend eingreifen. Karl Egger erzählte oft und gerne davon und dass er an die 20 „Eisschwimmer“ bergen konnte.
Der Betrieb von Karl Egger jun. konnte aber schon aus räumlichen Gründen nie die Größe der väterlichen Tischlerei erlangen, es waren meist nur zwei Mitarbeiter tätig.

sitzend Rosa Egger
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die wirtschaftliche Situation sehr schlecht. Mit der alten Produktlinie konnte Karl Egger nicht mehr reüssieren, so verlegte er sich zusätzlich auf die Herstellung von Holz-Spielzeug, z.B. Autobusse aus Holz, Puppen, usw.

Bis Mitte der 1960er Jahre arbeitete Karl Egger noch weiter. Aus Altersgründen beendete er den Betrieb und begab sich in den Ruhestand. Er verstarb am 7.6.1974. Die Liegenschaft ging bereits 1960 an Tochter Rosalia und Sohn Georg über.

Heute befindet sich in den Räumlichkeiten des Hauses ein Antiquariat.
Quellen:
Fotos: Lieselotte Neidhart, Elfriede Skoff
Text: Heinz Kernjak nach Gesprächen mit Elke Egger, Lieselotte Neidhart und Elfriede Skoff (2025)
Luftbild der Liegenschaft: Datenquelle: Land Kärnten – KAGIS
Artikel erstellt: 2026