Die bauliche Entwicklung in Krumpendorf hat in den vergangenen Jahren spürbar an Fahrt aufgenommen. Besonders im Zentrum entstehen immer neue Gebäude, und die Immobilienpreise steigen unaufhörlich. Doch trotz dieser Dynamik sind sie noch da – die schützenswerten Zeugnisse vergangener Zeiten: die elegante Wörtherseearchitektur, ehrwürdige Kirchen, stolze Schlösser und stille Naturdenkmäler, die es zu bewahren gilt.
Naturdenkmäler
Die Kärntner Gesetzgebung definiert Naturdenkmäler als „Naturgebilde, die wegen ihrer Eigenart, Schönheit, Seltenheit erhaltungswürdig sind und die für den Lebenshaushalt besondere Bedeutung haben“. Somit können wir für Krumpendorf Bau- und Naturdenkmäler unterscheiden.
An einem Naturdenkmal dürfen lt. Verordnung bzw. Gesetz keine Eingriffe oder Veränderungen vorgenommen werden.
Zu den Naturdenkmälern zählen die sogenannten Gletschertöpfe, das sind topf- oder schachtartige Vertiefungen im Felsgestein, die sich durch Schmelzwasser bilden, das durch Gletscherspalten und insbesondere Gletschermühlen zum Gletscherbett abfließt. Dieses Schmelzwasser vereinigt sich zu Strömen, bildet Wirbel, in denen Fließgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h herrschen.


Bereits 1941 wurde der Gletschertopf am Föhrenwald zum Naturdenkmal erklärt, er liegt eigentlich auf dem Gemeindegebiet von Pörtschach südlich des Hauses Gletschertopf 8.
Ebenfalls seit 1941 ist der Gletschertopf in Görtschach bereits Naturdenkmal, er liegt ungefähr 400 Meter nördlich des ehemaligen Gasthauses Jerolitsch.
Zu den Gletschertöpfen gibt es auch die Sage von Saligen (Weisen) Frauen, die in den Vertiefungen ihre Kinder badeten und daher dort immer Wasser vorhanden war. Bei längeren Trockenzeiten schöpften die Bauern der Gegend das Wasser aus den Gletschertöpfen, und im Handumdrehen waren die Vertiefungen wieder mit Wasser gefüllt.
Eine interessante Erscheinung in unserer Gemeinde ist der Weiberzahn, der am Wanderweg von Krumpendorf nach Pörtschach zu finden ist (aber gesetzlich nicht als Naturdenkmal festgelegt).


Der Weiberzahn ist möglicherweise ein Schalenstein mit künstlich eingeriebenen Vertiefungen. Schalensteine sollen in grauer Vorzeit auch als Opfersteine gedient haben.
Ebenfalls zu Naturdenkmälern zählen u.a. Bäume, und davon haben wir in Krumpendorf gar nicht so wenig. Allerdings gelten nur ein paar Einzelstücke zu den Naturdenkmälern, so die Stieleiche auf dem Grundstück der Familie Kern am Koschatweg (ca. 250 Jahre), die sogenannte „Egger-Eiche“ an der Kreuzung Koschatweg – Bad Stich Straße (ca. 270 Jahre), und zwei Buchen am Hornsteinerweg (ca. 230 Jahre) oberhalb des Anwesens Riesner.



Ursprünglich waren es 5 Buchen am Hornsteinerweg. Durch Blitzschlag 1982 kam es zur Reduzierung auf 2 Bäume.
Baudenkmäler
Die Denkmalschutzgesetze der Länder enthalten Bestimmungen zum Schutz von Objekten, deren Erhaltung im Interesse der Allgemeinheit liegt. In Krumpendorf gibt es denkmalgeschützte Objekte in den Kategorien kirchliche Bauten und Bildstöcke, Schlösser und private Bauten.
Die Christkönigkirche am Kirchenweg 11 ist die Krumpendorfer Pfarrkirche, errichtet von 1959 bis 1962 nach den Plänen von Alfons Nessmann. Die Kirche wurde an Stelle einer kleinen Vorgängerkirche errichtet, der Altar stammt von Valentin Oman.

Die Pfarrkirche zum Hl. Ulrich in Pirk war bis 1946 die katholische Hauptkirche in Krumpendorf. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche 1321, ist aber mit Sicherheit älter.

Die Evangelische Martin Luther Kirche wurde 1969 als evangelische Predigtstelle der Heilandskirche Pörtschach am Südbahnweg 29 in Krumpendorf errichtet.

Wesentlich älter hingegen ist die katholische Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer in Tultschnig. Bereits im 10. Jhdt. soll hier eine Taufkirche existiert haben, der barocke Umbau erfolgte im 18. Jahrhundert.

Bildstöcke
Das Schuriankreuz am Beginn der Leinsdorferstraße ist ein Nischenbildstock, der laut Inschrift im Jahr 1671 zur Ehre Gottes und der Jungfrau Maria von der Nachbarschaft errichtet wurde. Die Nischen zeigen die Krönung Mariens, die Kreuzigung, Maria mit dem Kinde und die Heiligen Florian und Georg. Der Bildstock wurde 2025 mit Schindeln neu eingedeckt.

An der Ecke Moosburgerstrasse – Hauptstraße steht nach mehreren Versetzungen der wohl bekannteste Bildstock von Krumpendorf, das Kochkreuz. Es handelt sich dabei ebenfalls um einen Nischenbildstock, der 1764 von Johann Sabatnig, Wipponigwirt, errichtet wurde und folgende Darstellungen zeigt: Kreuzigungsszene, Marienkrönung, die Heiligen Gregor und Florian und eine Darstellung der Heiligen Johannes der Täufer, Nikolaus und Ulrich.

Krumpendorfs Schlösser
Das bekannteste Schloss in Krumpendorf ist wohl das auch im Gemeindewappen verankerte Schloss Drasing, oberhalb von Krumpendorf gelegen und auch das älteste der örtlichen Schlösser. Das burghafte Schloss ist ein dreigeschossiger Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch Thaddäus von Lanner renoviert, wobei der Turm damals erhöht wurde. Im Hof gibt es Pfeiler und Säulenarkaden, bekannt ist auch der Rittersaal. Schloss Drasing befindet sich in Privatbesitz.


Etwas südlich von Schloss Drasing findet man Schloss Hornstein an der Drasingerstraße 92. Es handelt sich dabei um einen dreiachsigen kubischen Bau mit zwei runden Ecktürmen, erbaut im 15. Jahrhundert und wurde päter um einen nördlichen Zubau erweitert.


Das Schloss Krumpendorf ist ein unscheinbares Gebäude an der Hauptstraße 159. Ursula Edle von Schluga erwarb Mitte des 18. Jhdt. viele Liegenschaften in der Mitte von Krumpendorf und ließ dort ein schlossähnliches Gebäude errichten. Besonders Thaddäus von Lanner bemühte sich intensiv um die landwirtschaftliche Entwicklung des Schlossgutes und konnte sogar mehrfach den Kaiser begrüßen, der von der Arbeit Lanners sehr angetan war. Die ehemaligen Stallungen wurden in den letzten Jahren zum Teil in Wohnungen umgebaut, der Schlossgarten leider auch.


Villen
In Krumpendorf gibt es auch einige Villen, die unter Denkmalschutz stehen. Die meisten davon wurden um 1900 errichtet, lediglich die Villa Kerndle um 1935. Alle genannten Villen befinden sich im Privatbesitz.

Für die Familie Schubert errichtete Max Schmid 1904 an der nunmehrigen Adresse Hauptstraße 78 die Villa Katharinenheim, benannt nach Katharina Schubert. Die Villa ist ein dreigeschossiger Bau, der nach dem Kauf von A. Rothmüller 1927 einige Änderungen erfuhr.

Direkt am Ufer des Wörthersees mit der Adresse Südbahnweg 141 liegt die Villa Spitra, errichtet 1912 nach den Plänen von Franz Baumgartner.

Die Villa Madile ist vom See aus zu betrachten, hat aber die Adresse Strandweg 103. Nach den Plänen von Stadtbaumeister Franz Madile wurde dieser Bau 1890 für den k.k. Linienschiffsleutnant Basso von Gödel-Lanoy errichtet. Den Bereich um die Villa benannte der Bauherr „Vogelberg“, als Erinnerung an seine Teilnahme an der „Österreichischen Expedition nach Jan Mayen“ im Jahr 1882.

Etwas versteckt mit der Adresse am Hang 6 findet man die Villa Haybäck, die um 1902 nach den Entwürfen des Wiener Architekten Karl Haybäck für ihn und seine Frau erbaut wurde. Baumeister war auch hier Karl Madile. Laut Denkmalschutz „ist das Gebäude im Typus des alpinen Landhauses errichtet und eine interessante Verbindung von Jugend- und Heimatstil.“

Am Lorbersteig fand Karl Maria Kerndle einen Platz für seine Villa, die zwischen 1933 und 1935 errichtet wurde. Kerndle war ein Schüler von Otto Wagner und fand Gefallen daran, ein rundes Haus zu bauen und mit seiner Familie auch darin zu leben. Der Bau ist ein dreigeschossiger Zylinder mit Kegeldach und geometrischer Reduktion aller Details (lt. Denkmalschutz).

Text Heinz Kernjak, Beschreibung Wikipedia „Denkmalgeschützte Objekte in Krumpendorf“
Fotos Heinz Kernjak, Krumpendorfchronik
Artikel erstellt: November 2025