Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war der Wunsch der Menschen nach Gemeinsamkeit und Kameradschaft stark verbreitet. Da auch die britischen Besatzer 1955 Kärnten verließen, stand der Gründung von Vereinen und Organisationen keine Beschränkung mehr entgegen.
Auch in Krumpendorf regte sich sehr vieles. Unter Chormeister Franz Babitsch und der Obfrau Resi Brunner fanden sich viele sangesfreudige Frauen zum „Frauenchor Krumpendorf“ zusammen. Die Gründung des Chores erfolgte am 16.5.1956 und dank der Begeisterung der Sängerinnen konnte bereits am 18.8.1956 ein Kärntner Abend gegeben werden.

Unter dem Mantel des Frauenchores und vor allem dank des Engagements von Frieda Obmann, Resi Brunner und anderen konnte auch eine Kindervolkstanzgruppe ins Leben gerufen werden.
Da Chormeister Franz Babitsch durch seine Tätigkeit bei mehreren Chören stark belastet war, beendete er seine Arbeit beim Frauenchor und Prof. Josef Inzko begann seine erfolgreiche und mehrere Jahrzehnte dauernde Tätigkeit. Der Krumpendorfer Frauenchor war bei vielen Veranstaltungen im Ort aktiv und wurde rasch auch von befreundeten Chören eingeladen. Unverzichtbar waren die Frauen bei örtlichen Liederabenden, Muttertags- und Weihnachtsfeiern, beim Adventsingen und es wurde der Annakirchtag ins Leben gerufen.

v.l.: Maria Huainig, Britta Kutternig, Anni Bürger, Linde Nadrag, ?, vorne ? ?
Da es halt ohne Männer nicht immer geht, entschloss man sich nach einigen Überlegungen zu einer wesentlichen Änderung: Im Jahr 1962 wurden 8 männliche Sänger aufgenommen – und so konnte man sich natürlich nicht mehr „Frauenchor“ nennen! Anfang Jänner 1963 erhielt der Chor den Namen „Singgemeinschaft Krumpendorf“, den er heute noch (2025) trägt. Bald gab man sich ein Erkennungslogo und eine Vereinsfahne wurde angeschafft.


Der Chor war nicht nur bei den Proben eifrig, viele Veranstaltungen in Krumpendorf wurden gesanglich unterstützt: sei es die Einweihung des neuen Rathauses 1965 oder eine Weihnachtsfeier im neuen Saal des Krumpendorferhofes, Kärntner Abende in der Tenne oder im Kursaal – die Singgemeinschaft war immer zur Stelle.

Weitum bekannt war ab 1969 das Doppelquartett der Singgemeinschaft Krumpendorf:

v.l.: Werner Stuppacher, Anton Feucht, Ingrid Goldin, Annemarie verh. Mayrobnig, Linde Kickl, Renate Kickl, Miklau, Osternig
Auch die kameradschaftliche Seite blieb nicht unbeachtet, man unternahm viele gemeinsame Ausflüge und Besuche bei befreundeten Chören.
Mit Schwung in die 1970er
Viel Schwung und viel Arbeit gab es ja in den 1970er Jahren in Krumpendorf, das traf auch die Mitglieder des Chores, der in der Zeit manchmal personelle Sorgen hatte. Die Veranstaltungen des Chores waren im Sommer gut besucht, leider hatten die Einheimischen wenig Zeit.
Viel Zeit brachte der Chor dafür auf, um in der Faschingszeit eine Veranstaltung für die Kinder des Ortes zu organisieren: Es galt, den Umzug von der Schule bis zur Gemeinde vorzubereiten und dann im Kursaal der Gemeinde den Kindern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Prof. Feucht mit Gattin, Ewald Müller, Mimi Klopf, die Familie Stuppacher und viele andere waren damals die Seelen des Vereines und hielten die Truppe zusammen.



Die Qualität des Chores wurde durch verschiedene Ausbildungsmaßnahmen immer weiter gesteigert. Es gab Singwochenenden im Probelokal, und auch externe Schulungen nahm man gerne an.
Schon bald war es auch möglich, die Lieder des Chores auf Tonband zu bringen und es folgten immer wieder Auftritte im Radio. Besonders die Uraufführung einer Adventmesse (Text Walter Lebitsch, Musik Josef Inzko) erregte viel Aufmerksamkeit und musste oftmals vorgetragen werden.

Die gute Kameradschaft innerhalb des Chores zeigten auch die vielen gemeinsamen Geburtstagsfeiern, bei denen oftmals lustige Gedichte vorgetragen wurden. Davon zeugt sogar ein eigener Gedichtband.
Ausweitungen in den 1980ern
Das Jahrzehnt von 1980 bis 1990 war vorwiegend durch enormen Einsatz der Sängerinnen und Sänger gekennzeichnet. Die regelmäßigen Proben wurden gerne besucht, die ständigen Auftritte und Veranstaltungen waren manchmal dann schon belastend. Gerne nahm man auch die Möglichkeit zur Aufnahme von neuen Tonträgern an.


Das Vereinsjahr begann meist mit der Veranstaltung des Kindermaskenballs, der für die Kinder ein großes Ereignis war. Weiters war der Annakirchtag im Sommer zu veranstalten, bei vielen Gemeindeereignissen war aufzutreten. Da gab es da Maifest, die Seniorenfeiern, bei Begräbnissen war zu singen, das Erntedankfest wurde durch Gesang begleitet, Liederabende in Krumpendorf gab es jährlich mehrere und auch bei befreundeten Gesangsgruppen trat man gerne auf.


Mehrmals gab es auch die Möglichkeit für Rundfunkauftritte, so konnten Ewald Habich als neuer Obmann und Walter Lebitsch bei Radio Uno eine ganze Sendung gestalten. Ernst Pollheimer gab in diesen Jahren ein kurzes Debüt als Chorleiter der Singgemeinschaft, ihm folgten dann in kurzen Abständen Josef Unterluggauer, Günther Margiol und Ing. Gerhard Bodner. Die Singgemeinschaft konnte in dem Jahrzehnt ihr 20- und 25-jähriges Bestandsjubiläum feiern, dabei wurden auch verdiente Sängerinnen und Sänger geehrt, z.B. Josef Inzko, Heinrich Winter, und weitere. Leider musste man auch den Tod von langjährigen Mitgliedern zur Kenntnis nehmen, wie Anton Feucht, Heini Winter, Werner Stuppacher.

Josef Inzko wurde für seine Tätigkeit im Kärntner Sangeswesen mehrfach geehrt.

Mehrere Jahre wurde eine schöne soziale Aktion durchgeführt: Man sang in der Weihnachtszeit im Krankenhaus Klagenfurt und besuchte einsame Bürger im Ort.
Auch die Ausflüge wurden ausgeweitet, man reiste in diesem Jahrzehnt u.a. an die Côte d‘Azur, nach Budapest und nach Rosenheim.
Jahrzehnt der Routine – 1990 bis 1999
In diesem Jahrzehnt verlief vieles nach Plan, abgesehen davon, dass manchmal der Chorleiter wechselte (von Ewald Habich zu Dieter Stergner) und Mitte des Jahrzehnts Helga Gattringer die Stelle der Obfrau übernahm.
Ansonsten begann das Jahr mit der üblichen Jahreshauptversammlung, vielen Proben und dem Kindermaskenball.

Meist folgte dann die Beteiligung am Maifest und an der Muttertagsfeier der Gemeinde. An vielen Veranstaltungen befreundeter Gesangsvereine nahm man teil, zum 70. Geburtstag der langjährigen Sponsorin Frieda Brandstätter reiste man 1991 bis nach Steyr. In diesem Jahr war man mit viel Freude auch bei der Nachprimiz vom Krumpendorfer Erwin Schottak in der Pfarrkirche dabei.
(Anmerkung: Unter einer Primiz versteht man die erste von einem römisch-katholischen Priester gefeierte heilige Messe. Eine Nachprimiz ist eine weitere Messe, die an einem neuen Ort nach der ersten Messe gefeiert wird.)
Im Sommer war es Tradition, den Annakirchtag zu veranstalten, was immer mit einem Wetterrisiko verbunden war, da der Kirchtag ja im Freien stattfand. Aus dieser Veranstaltung versucht man ja auch immer wieder eine kleine finanzielle Rücklage zu erarbeiten.

Im Herbst war man 1990 bei der Landesfeier dabei und danach waren schon die Vorbereitungen und Proben für die Adventmessen und Weihnachtssingen zu treffen.
Viele Vereine verschwinden nach der Jahrtausendwende …
… aber die Singgemeinschaft Krumpendorf zeigt sich in dieser Zeit in jeder Hinsicht verstärkt. Es kommen immer wieder neue Sängerinnen und Sänger dazu. Die gute Kameradschaft, engagierte Chorleiter und eifrige „Vereinsbienchen“ sorgen dafür, dass sich alle im Verein wohlfühlen.
Auch in diesem Jahrzehnt ist manches zur Routine geworden: Auftritte in der Gemeinde, Kindermaskenball, Landesfestzug im Oktober, Adventsingen, Rundfunkauftritte usw.

Es galt auch immer wieder Kärntnerabende zu bestreiten, das Maifest und der Annakirchtag hatten ihren festen Platz im Jahresablauf. Manch Frühlingsfest und Kurkonzert erfreute die Einheimischen und Feriengäste, ein Kärntner Abend wurde sogar 2002 in Tarvis mitgestaltet.
Ab 2002 gab es mit Reinhold Ewinger auch einen neuen Chorleiter, und 2007 stellte sich die Singgemeinschaft auch im Internet vor.

Auch beim Eisstockturnier der Krumpendorfer Vereine beteiligte man sich gerne und im Jubiläumsjahr 2004 gab es einen viel beachteten Auftritt im Radio Kärnten.
Auch die Kärntner Tageszeitung widmete der Singgemeinschaft einen ausführlichen Bericht.

Für das gute Klima im Verein waren auch viele Jahre ganz spezielle Personen verantwortlich: von Anton Feucht über Wilma Bauer und Ewald Habich bis zu Mimi Klopf, die 2012 ganz speziell geehrt wurde.

Viel Schwung in den Verein brachte dann 2012 die neue Obfrau Antje Nadrag und konnte auch mit Freude feststellen, dass die Anzahl der aktiven Sängerinnen und Sänger nicht geringer wurde. Nicht geringer wurden auch die Auftritte der Singgemeinschaft Krumpendorf, aber da alle mit Begeisterung dabei sind, kann man der Zukunft beruhigt entgegensehen. Als Chorleiter fungiert seit vielen Jahren Ernst Pollheimer, der begeisterte Sänger.
Viel Erfolg weiterhin der „Singgemeinschaft Krumpendorf“!
Quellen:
Text: Heinz Kernjak in Abstimmung mit Antje Nadrag
Fotos der Vereinschronik entnommen