Und diesen Schwung benötigte auch die Einsatzstelle Krumpendorf der Österreichischen Wasserrettung. Robert Koban und Silvester Krassnig führten einige Jahre die Einsatzstelle, danach erklärte sich Rudolf Beschliesser bereit, diese verantwortungsvolle Funktion zu übernehmen. Mit viel Elan und einem engagierten Team stellte man sich den neuen Aufgaben.


Und die neuen Aufgaben hatten es auch in sich: Der ÖWR-Landesverband war bestrebt, die Zusammenarbeit der Einsatzstellen wesentlich zu verbessern. Dafür wurde auch eine Regionseinteilung vorgenommen, die Einsatzstelle Krumpendorf kam logischerweise zur Region Wörthersee. Durch die Intensivierung der Ausbildungsmaßnahmen z.B. im Bereich Fließ- und Wildwasserrettung, Schulung engagierter Rettungsschwimmer zu Einsatzkräften, Aufstellung eines Katastrophenschutzzuges etc. wurde aus der bisherigen meist sommerlichen Tätigkeit der Wasserretter in Kärnten ein Ganzjahresbetrieb. Eine Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzorganisationen wurde ebenfalls intensiviert.


Die Krumpendorfer Wasserretter hatten von Beginn an gezeigt, dass nur eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen Sinn macht. Hier wurde speziell im Bereich Tauchen vorgemacht, wie es sein soll: Die Taucher von Feuerwehr und Wasserrettung arbeiteten eng zusammen, gemeinsame Übungen waren in Krumpendorf Standard.
Nach 30 Jahren als Landesleiter wurde Albert Maryodnig 2010 als Landesleiter vom Krumpendorfer Heinz Kernjak abgelöst. In Zusammenarbeit mit den Landesverbänden der anderen Bundesländer wurde eine einheitliche Einsatzbekleidung eingeführt, auch eine Ausgehuniform wurde beschlossen und Distinktionen (Dienstgradabzeichen) festgelegt. Auch hier arbeitete der Landesverband Kärnten an führender Position mit, wenn auch das einheitliche Auftreten der Wasserrettung in manchen Einsatzstellen anfangs nicht gut ankam und manch Einsatzstellenleiter sich „entmachtet“ fühlte.


Die Einsatzstelle Krumpendorf sah die Änderungen aber positiv und es nahmen viele Mitglieder an den Ausbildungsmaßnahmen teil. Besonders der Bereich Fließ- und Wildwasserrettung sowie die Teilnahme an Katastropheneinsätzen war für viele Einsatzkräfte interessant, da es auch bald zu den ersten überregionalen Einsätzen kommen sollte.


Durch das Kärntner Rettungsdienst-Förderungsgesetz kamen in diesen Jahren auch wesentlich mehr finanzielle Mittel in die Einsatzstellen. Dennoch war die Einsatzstelle Krumpendorf bemüht, durch Veranstaltungen und Mitgliedsbeiträge entsprechend zusätzliche Mittel zu erarbeiten. Auch die Gemeinde Krumpendorf war immer wieder bereit, die Einsatzstelle zu unterstützen, so auch bei der Errichtung eines Bootshauses für die Wasserrettung im Parkbad.


Die gute Kameradschaft und die Bemühungen des Vorstandes der Einsatzstelle zeigte sich auch in den kameradschaftlichen Veranstaltungen. Viele Jahre waren Krumpendorfer Kinder auch gerne im Landesjugendlager am Hafnersee dabei und hatten viel Spaß. Die etwas älteren Wasserretter beteiligten sich mit viel Erfolg bei den Drachenbootrennen des Rudervereins Nautilus.


Der Stützpunkt der Einsatzstelle Krumpendorf der ÖWR verblieb auch in all diesen Jahren im Parkbad der Gemeinde Krumpendorf. Hier konnten 2015 mit Unterstützung der Gemeinde die Räumlichkeiten um einen Bereich für Tauchutensilien, einen Trockenraum sowie ein Büro geschaffen werden.
Als eine andere Einsatzstelle ihre Tätigkeit beendete, übergab der ÖWR-Landesverband das in dieser Stelle existierende Einsatzfahrzeug an die Krumpendorfer Wasserrettung. Dies war vor allem auch notwendig geworden, um die Krumpendorfer Fließ- und Wildwasserretter an die jeweiligen Einsatzorte im Bundesland zu bringen.


Von der Gemeinde Krumpendorf wurde 2023 ein Badehaus zur Verfügung gestellt, welches fortan als Zentrum des Vereinslebens in den Sommermonaten dient.
Ein Jahr später konnte die Einsatzstelle aus Eigenmitteln einen Lagercontainer zur Linderung der Platznot neben dem Badehaus installieren. Somit war eine perfekte Aufteilung – Einsatzbereich mit Einsatzmitteln für Tauchen, Ausbildung und Fließ- bzw. Wildwasser einerseits und Materiallagerung und sozialer Bereich – beim Badehaus geschaffen.
Den Krumpendorfer Wasserrettern weiterhin viel Glück und Erfolg!
Text: Heinz Kernjak in Abstimmung mit Rudolf Beschliesser
Fotos: ÖWR Krumpendorf, Heinz Kernjak