An der ehemaligen Jerolitsch-Straße in Gurlitsch gibt es unter den jetzigen Hausnummern Erlachweg 41 und 43 zwei Gebäude, von denen eines dem Verfall preisgegeben ist, das andere ist nach wie vor bewohnt. Im Jahr 1896 hatte der Tischlermeister Valentin Kleber von der Kropfitsch-Bäuerin Anna Huainigg die Parzellen 348/2, 349/3 und 349/4 gekauft und dort einen Tischlereibetrieb eingerichtet. Als Mitarbeiter konnte er Josef Spick gewinnen, geb. am 21.5.1879, Sohn der Theresia Spick, vlg. Salmonin, geb. Wedenig, geb. 14.11.1831. Josef Spick heiratete am 7.11.1904 seine Ottilie, geb. 6.7.1877, Tochter der Juliana Achatz, Hausbesitzerin in Gurlitsch.
Bereits 1897 verstarb die Gattin von Valentin Kleber Franziska, geb. Mühldorfer, mit nur 32 Jahren. Damit verlor Valentin Kleber das Interesse am Betrieb, übergab diesen an Josef Spick und verließ Krumpendorf. Die Familie Spick errichtete daraufhin auf den Parzellen 348/2 und 349/3 ein Wohnhaus. Zusätzlich erwarb Ottilie Spick 1911 von der Kropfitsch-Bäuerin die Parzellen 348/1 und 349/1 und konnte so den Besitz vergrößern.

Während Josef Spick den Tischlerbetrieb engagiert weiterführte, richtete Ottilie im Wohnhaus Fremdenzimmer ein, die gerne von „Sommerfrischlern“ in Anspruch genommen wurden. Das Haus wurde anfangs als „Villa Kleber“ benannt, bald jedoch in „Villa Spick“ umbenannt. Schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg konnte man Unterkunft bei Ottilie bekommen, und das war dann bis in die 1940er Jahre möglich, als sie aus Altersgründen die Vermietung aufgab.

Die beiden Söhne Valentin, geb. 24.9.1906, und Josef jun., geb. 20.3.1914, erlernten beide auch das Tischlerhandwerk, übernahmen allerdings den Betrieb nicht, als der Vater 1940 verstarb. Beide waren sehr fleißige Feuerwehrleute bei der Filiale Gurlitsch der Krumpendorfer Feuerwehr und im Kreise der Kameraden sehr beliebt. Valentin ist alten Krumpendorfern noch bekannt als Fuhrunternehmer, der mit seinem Pferdewagen vorwiegend den Müll inkl. Sperrmüll noch in den 1960er Jahren von den Krumpendorfer Liegenschaften abholte. Sein Bruder Josef verließ bald Krumpendorf, er verstarb am 1.11.1985 in Salzburg.
Seit vielen Jahren verfällt dieses Haus immer mehr, es ist nicht mehr erkennbar, dass hier einmal ein fleißiger Tischler arbeitete und seine Gattin eine freundliche Vermieterin war.
Text Heinz Kernjak, Fotos Richard Marinitsch