Von England kommend – dem Mutterland des Fußballsports – breitete sich diese Sportart Anfang des 20. Jhdts. rasch über ganz Europa aus. In der ersten Zeit beschäftigten sich vor allem junge Männer aus der sogenannten „einfachen Bevölkerungsschicht“ in ihrer kargen Freizeit mit diesem neuartigen Sport. Die distinguierten Herrschaften der „oberen Klassen“ waren empört über dieses Spiel, das sie sogar als „Fußlümmelei“ bezeichneten.
Dennoch ließ sich die Begeisterung für das Fußballspiel nicht mehr stoppen. Bis in den hintersten Winkel jedes Landes wurde das Spiel mit dem runden Leder rasch bekannt und beliebt.
Da konnte es auch in Krumpendorf nicht ausbleiben. Einige junge Männer ergriffen die Initiative und begannen mit dem Fußballspiel. In den ersten Jahren gab es noch keine geordneten Meisterschaften, es wurden regionale Wettkämpfe ausgetragen, bei denen auch immer mehr Zuschauer ihr Interesse bekundeten.
Die „Kärntner Zeitung“ vom 31.7.1923 berichtete erstmals von einem Wettspiel des Krumpendorfer Sportklubs mit folgenden Zeilen:
KAC-Jugend: Krumpendorfer Sportklub 1:0
An der Spielstärke beider Mannschaften gemessen, bot dieses Spiel einen ziemlich ansprechenden Sport. Die KAC-Jugend hielt sich recht brav. Die Krumpendorfer hätten den Ausgleich erzielen können, wenn ihr Lehrmeister Weber einen 11-Meter-Strafstoß nicht verdroschen hätte.
Offenbar war die „Kärntner Zeitung“ fußballbegeistert, denn schon am 13.9.1923 gab es den nächsten Bericht über ein Spiel der Krumpendorfer:
„Sportverein Krumpendorf – Wacker, 2. Reserve 8 : 2
Es folgte ein Bericht in der „Kärntner Zeitung“ vom 19.9.1923 über ein weiteres Spiel:
„KAC-Jugend II – Krumpendorfer Sportklub 3 : 3

Über ein knappes Ergebnis berichten die „Freien Stimmen“ am 14.10.1923, als die Jugend des Klagenfurter SV gegen den Krumpendorfer Sportklub mit 6:5 gewann.
Eine deftige Niederlage der Krumpendorfer Fußballer erlebten die Zuschauer im Oktober 1923, die „Kärntner Zeitung“ berichtete am 25.10.1923: „KAC-Jugend – Krumpendorfer Sportklub 7 : 0.
In Zusammenfassung der Spiele des KAC findet man in den „Freien Stimmen“ vom 27.1.1925, dass der KAC im Laufe des Jahres 1924 auch gegen den Krumpendorfer Sportklub mit 2:1 gewinnen konnte.
Festgehalten kann werden, dass es offensichtlich ab 1923 in Krumpendorf eine Fußballmannschaft gab, auch wenn diese noch nicht vereinsmäßig strukturiert war. Meisterschaften gab es zu dieser Zeit auch noch keine. Geregelte Meisterschaften können in unserem Bundesland erst nach dem zweiten Weltkrieg festgestellt werden. Der Kärntner Fußballverband wurde auch erst am 12.11.1920 gegründet, und so schnell konnten ja auch keine Meisterschaften organisiert werden.
Die Krumpendorfer Fußballer hatten in dieser Zeit sicher viel Begeisterung, allerdings keinen eigenen Fußballplatz. Nur auf einer Wiese an der Wieningerallee konnten die jungen Kicker trainieren und spielen, es gab allerdings auch einen Fußweg quer durch den Platz. Jede freie Minute trafen sich die Sportler dort und so manches Paar Schuhe und auch Hosen und Hemden mussten dem sportlichen Eifer Tribut zollen. Trainer gab es zu der Zeit auch noch keinen, war aber ohnehin nicht so wichtig, denn ausschlaggebend war das Engagement und die Begeisterung – die Spielregeln konnte man ja nachlesen!

In den 1930er Jahren war das Fußballspielen noch immer auf demselben Niveau wie im vorherigen Jahrzehnt. Es fanden keine Meisterschaften statt, gespielt wurden vorwiegend Vergleichswettkämpfe, der Fußball hatte nach wie vor kein großes Ansehen.
Im 1000-jährigen Reich war Sport vorwiegend dazu gedacht, aus den jungen Burschen kräftige Soldaten zu machen. Sport war zwar gerne gesehen, aber der Fußball genoss kein besonderes Ansehen. Dennoch bildete sich in Krumpendorf eine engagierte junge Mannschaft, die sich vorwiegend mit Teams aus der Nachbarschaft maß und recht erfolgreich war.

Das Foto zeigt im Vordergrund die Krumpendorfer Mannschaft im Jahr 1942 nach einem Spiel gegen die Reichsfinanzschule Pörtschach.
Die Krumpendorfer von links: Samitz, Frena, Spick, Kropf, Buchreiter, Walter, Mravlag, Jank, Kernjak, Unterreiner, Fritsch.
Während der Besatzungszeit gab es in der Kaserne Krumpendorf einen Fußballplatz, auf dem nicht nur die englischen Soldaten kickten, es gab lt. Josef Huainig auch Spiele gegen Krumpendorfer Fußballer.
Bald nach dem 2. Weltkrieg, als sich die Ernährungssituation besserte, manch einer doch aus dem Kriegswahnsinn zurückgekommen war, die Besatzungsmacht der Englänger auch zustimmte, begann man in Krumpendorf wieder an Fußball zu denken und gründete am 26.11.1947 den „Krumpendorfer Sportklub KSK“. Die Gründungsversammlung fand im Gasthof „Alte Post“ statt, anwesend waren folgende Herren: Kuehs Robert sen., Ing. Koch, Spick Heini, Ing. Mozelt Edi, Kuehs Herbert, Tschernitz Anton, Koban Fritz, Widmann Ernst, Lecher Gustl, Umnig Anton sen., Ing. Strukl Josef, Zinner Max, Widmann Heinrich, Muchitsch Rudolf.
Großer Ehrgeiz, viel Mut und Glaube waren notwendig und auch vorhanden, um den Verein aus der Taufe zu heben – Geld war ohnehin keines vorhanden, Sportplatz hatte man auch keinen. Sponsoring gab es kaum, ebenso wenig dachte jemand an Begriffe wie Urlaub, Freizeit oder Erholung. Den jungen Burschen war es wichtig, dass sie den Krieg überlebt hatten und wieder Fußballspielen konnten.

Das Foto zeigt die Mannschaft des Krumpendorfer Sportklubs im Jahr 1948.
Stehend von links: Hillepold Hans, Hedenig Sigi, Koban Ingo, Spick Heini, Kernjak Ernst, Muchitsch, Kuehs Heinz, Kuehs Robert (Trainer)
Vorne von links: Sekanina, Koban Siegfried, Strohbach, Widmann Reinhart
Bedauerlicherweise wurde am 17.4.1957 der KSK vereinsmäßig wieder abgemeldet, da auf der Fußballwiese in der Wieningerallee nicht mehr gespielt werden durfte, wo bisher das Training stattfand – ein großer Rückschlag für den Fußballsport in Krumpendorf. Aber lange dauerte die fußballlose Zeit im Ort nicht, denn bereits 1961 konnte der Krumpendorfer Sportklub wieder als Verein angemeldet werden. Große Freude herrschte unter den sportbegeisterten Kickern!
Einige Krumpendorfer Burschen hatten in der Zwischenzeit aber die Sache auch in die eigene Hand genommen: An der Schloßallee (jetzt Floriani-Park) fand man eine halbwegs ebene Fläche, die man dann selbst noch sanierte, bei der Firma Orasch Pfosten erbat und daraus Tore zimmerte. Der Platz hatte zwar nicht die Norm-Maße eines richtigen Fußballplatzes, was aber nichts ausmachte, denn es gab zu der Zeit auch wenig Meisterschaftsspiele. Das tat der Begeisterung der Burschen aber keinen Abbruch, jede freie Minute kickten Bauer Kurt, Schober Henning, Seunig Georg und Waldemar, Knapitsch Peter, Steiner Hermann, Lehner Helmut, Hofer Meinolf, Eichholzer Ernst u.a. auf diesem Platz.
Als Vereinsfunktionäre stellten sich bei der Wiedergründung zur Verfügung: Oswald Habernig (Obmann), Dir. Bezdek (Obmann-Stv.), als Kassier Widmann Ernst, Schriftführer Maurer Wilfried und als Kontrolleure fungierten Tragl Horst und Hillepold Eberhard. Diese Funktionäre wurden zusätzlich von einem Proponentenkomitee unterstützt, dem Hedenig Sigi, Ing. Josef Strukl, Hofer Nikodemus, Kuehs Werner und Brosch Heinrich angehörten.
Die Wettspiele musste der KSK allerdings stets auswärts austragen, was dem Erfolg der Krumpendorfer Fußballer nicht sehr zuträglich war. Die Meisterschaftsspiele fanden in der Zeit in Klagenfurt statt, entweder am Koschatplatz oder am Donauplatz. Der „Trainingsplatz“ an der Schloßallee war für Meisterschaftsspiele ja viel zu klein.
Dies konnte auf Dauer nicht funktionieren, so fand sich 1961 ein „Proponenten-Komitee“, das für die Bereitstellung eines „richtigen“ Fußballplatzes in Krumpendorf eintrat. Das Komitee bildeten Ernst Widmann, Oswald Habernig, Siegfried Hedenig, Ing. Josef Strukl, Nikodemus Hofer, Werner Kuess, Wilfried Maurer und Heinrich Brosch.
Bis Ende der 1970er Jahre traten zu den Genannten noch folgende Herren als engagierte Funktionäre des Vereines auf: Dir. Otto Bezdek, Dr. Anton Knees, Willi Schrott, Horst Tragl, Eberhard Hillepold, Withold Kraiger, Ernst Widmann, Heini Spick, Fritz Kleewein und viele mehr.
Mit viel Engagement ging man daran, einen eigenen Fußballplatz für die Krumpendorfer Sportler zu finden und auch die Spielfläche herzustellen. Dies gelang dann am Bachweg, und am 1.9.1963 konnte unter großer Beteiligung der Krumpendorfer Bevölkerung der neue Sportplatz eingeweiht werden. Nach den unbedingt notwendigen Eröffnungsreden hatten die Zuschauer großen Spaß an den Eröffnungsspielen. Dabei zeigten die Gemeinderäte von Krumpendorf und Pörtschach sowie der MGV Seerösl gegen die Freiwillige Feuerwehr ihr mehr oder weniger großes Geschick beim Kicken.

v. l.: Ing. Josef Strukl, Fritz Kleewein, Nikodemus Hofer, Anton Tschernitz,
Ludwig Kokarnig und Alois Wastl

Foto oben: Die Mannschaften von MGV Seerösl (linke Seite) und Feuerwehr Krumpendorf
Stehend von links: Josef Huainig, Fritz Mayrobnig, Ernst Kernjak, Walter Hofmeister, Werner Kuess, Spöck, Sigi Hedenig, Hans Jesenitschnig, Heini Spick, Richard Torker, Heliodor Orasch, Hans Koch, Franz Bürger.
Hockend von links: Siegfried Tragl, Hans Werdenig, Heinz Kuess, Werner Stuppacher, Werner Suttnig, Kurt Ressmann, Ernst Eichholzer, Ingo Koban, Erwin Dobernig

mit der Mannschaft des KSK
Quellen:
Text: Heinz Kernjak nach Gesprächen mit Henning Schober, Gerhard Oswald, Hermann Steiner, Rüdiger Kuess, Hans Bicek, Ewald Gfrerer
Kärntner Landesarchiv AT KLA 658-C-4740-AK Sch 132
Kärntner Zeitung 31.7., 13.9., 19.9. und 25.10.1923, Freie Stimmen 14.10.1923 und 27.1.1925
Fotos: FF Krumpendorf, Heinz Kernjak, Harald Hedenig
Artikel erstellt: Jänner 2025