Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die Familie Karl und Gertrud Egger vom damaligen Bürgermeister Josef Pamperl an der späteren Berthastraße ein Grundstück erwerben. An dieser Adresse – damals Haus Nr. 48, später Berthastraße 25 – errichtete das fleißige Ehepaar nicht nur ein Wohnhaus (später Hotel-Pension), bald danach kam auch eine Tischlerei dazu. Die Gattin war für das Haus zuständig, während Ehemann Karl und später Sohn Fritz die Tischlerei führten. Im Laufe der Zeit erweiterten sieben Buben und zwei Mädchen die Familie, die alle im Haus an der Berthastraße lebten.

Karl Egger war nicht nur ein fleißiger Tischlermeister, er engagierte sich auch intensiv für die Gemeinde Krumpendorf, politisch und auch in Vereinen. Sowohl der Vater als auch der Sohn waren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Krumpendorf und stets zur Stelle, wenn zum Einsatz gerufen wurde. Dennoch blieb auch der Betrieb Egger nicht von einem Brand verschont, der 1928 vor allem das Holzlager vernichtete. Vater Karl und Fritz Egger waren auch begeisterte Sänger beim MGV „Seerösl“ Krumpendorf.
Egger Senior stand aber auch für die Heimat ein und war aktiv im Kärntner Abwehrkampf dabei. Die Qualität der Arbeit in seiner Tischlerei stand für Karl Egger aber immer im Vordergrund. So konnte er bei der Ausstellung für Handwerkstechnik in Wien ein Stipendium über 50 Kronen erlangen.
Gerne nahm man im Betrieb auch junge Krumpendorfer als Lehrlinge auf, die dann in ihrer weiteren Laufbahn als Tischler den guten Ruf der Firma Egger weitertrugen. In den besten Zeiten waren durchschnittlich 20 Mitarbeiter im Betrieb tätig.
In den 1930ern übernahm dann Fritz Egger den väterlichen Betrieb und führte ihn engagiert weiter.


Der Sohn von Fritz, Günther, hatte auch die Tischlerlehre gemacht und erlernte anschließend in Graz den Beruf des Bootsbauers. Mit einem selbst gebauten Boot wollte er eine Weltumsegelung machen, erlitt aber bereits in Genua Schiffbruch und heuerte als Matrose auf einem Schiff an, das nach Kanada fuhr. Dort arbeitete er als Holzfäller, bis er einen Arbeitsunfall erlitt und nicht mehr arbeiten konnte. Nach Krumpendorf kam er nie mehr zurück.


Wie bei vielen anderen Gewerbebetrieben war auch für die Tischlerei Egger während des Krieges die wirtschaftliche Situation immer schlechter geworden, massive Konkurrenz der Großbetriebe nach dem Krieg bedrängte die kleineren Handwerksbetriebe immer mehr. Auch Zahlungen blieben aus, die Passiva erhöhten sich und so konnte nur Bruder Hermann die Schulden tilgen. Dafür übernahm er die gesamte Liegenschaft an der Berthastraße, der Tischlereibetrieb wurde eingestellt. Hermann war Direktor der Tankstellengruppe BP, errichtete auch in Krumpendorf am Ortsanfang eine Tankstelle und betrieb in Klagenfurt-St. Ruprecht ein Lebensmittelgeschäft.
Nicht unerwähnt darf auch bleiben, dass Karl Eggers Gattin Gertrude bereits Ende der 1920er Jahre die Pension Gertrude eröffnete und diese viele Jahre erfolgreich betreiben konnte. Das Haus stellte sich bereits in den 1930ern in der Werbung als „gutbürgerliches Haus mit 12 Zimmern und mäßigen Preisen dar“. Später führte Hermann Egger mit seiner Frau Frieda die Pension.


Das Haus wurde später mehrmals umgebaut, viele Jahre wurde es als gerne angenommene Fremdenpension betrieben, danach schuf man zeitgemäße Wohneinheiten und verkaufte diese.
Auch die Baulichkeiten der ehemaligen Tischlerei wurden zu einem Hotelbetrieb umgebaut und lange Zeit als Hotel-Pension erfolgreich geführt.



In den vorhandenen Gästebüchern des Hotels Egger kann man nachlesen, wie sehr zufrieden die Gäste mit der Freundlichkeit der Besitzer und dem Service in den Häusern waren.
Später fanden umfangreiche bauliche Veränderungen und ein Neubau statt, bis es zum heutigen Aussehen und der Bezeichnung „Hotel feel good“ kam.

Das einstige Areal Egger, links Hotel feel good, rechts die einstige Pension Gertrude 2025
Quellen:
Text: Heinz Kernjak in Absprache mit Elke Egger, Gästebuch Hotel Egger von Gerald Egger
Fotos: Elke Egger, Krumpendorfchronik, Heinz Kernjak, Preisnixe Krumpendorf 1995/96
Krumpendorfführer, Freie Stimmen, Chronik der Feuerwehr Krumpendorf
Artikel verfasst: April 2026