Boote der Wasserrettung Krumpendorf

Bei der Gründung der Einsatzstelle Krumpendorf der Österreichischen Wasserrettung Landesverband Kärnten 1962 war nur das Engagement der ersten aktiven Rettungsschwimmer vorhanden, ansonsten nicht viel: kein Boot, keine Rettungsgeräte, keine Einsatzbekleidung. Erst nach und nach konnten die notwendigsten Dinge angeschafft werden, an ein Motorboot war jedenfalls zu der Zeit nicht einmal zu denken.

Im Parkbad Krumpendorf gab es seitens der Gemeinde ein „knallrotes“ Ruderboot, das die Aufschrift „Rettungsboot“ trug und in den folgenden Jahren nicht nur eifrig benutzt wurde, es war auch immer notwendig, die ständig auftretenden Lecks abzudichten.

Links das erste Ruderboot der Wasserrettung Krumpendorf bei einer Einsatzübung
Links das erste Ruderboot der Wasserrettung Krumpendorf bei einer Einsatzübung

Links am Foto das erste (Ruder-) Boot der Wasserrettung Krumpendorf bei einer Einsatzübung mit den Kameraden aus Klagenfurt. Für die Anschaffung des Klagenfurter Rettungsbootes (rechts im Bild) hatte auch die Gemeinde Krumpendorf im Jahr 1970 einen Beitrag von 15.000 Schilling geleistet.
Ein eigenes Ruderboot konnte die ÖWR Krumpendorf dann 1979 um 40.000 Schilling anschaffen. Das war dann vor allem durch die Abhaltung von Veranstaltungen möglich geworden. Zwei Jahre später konnte diesem Ruderboot ein Außenbordmotor mit 7,5 PS beigefügt werden, da man bemerkt hatte, dass das schwere Boot nur mit Mühe gerudert werden konnte.

Ruderboot mit Außenbordmotor
Ruderboot mit Außenbordmotor

Mitte der 1980er Jahre kam durch die äußerst erfolgreichen Piratenfeste der Wasserrettung Krumpendorf recht viel Geld in die Kasse, so dass man daran gehen konnte, ein „richtiges“ Motorboot zu kaufen. Es konnte aber aus Preisgründen auch nur ein gebrauchtes sein, und ein solches fand man – am Iselsberg in Osttirol!

Heinz Kernjak im Motorboot
Robert Koban und Heinz Kernjak im Motorboot der Wasserrettung

Beträchtliche Sponsorengelder gingen auch für die Anschaffung des Bootes ein!
Dieses Boot leistete dann sieben Jahre tapfere Dienste, bis es seinen Geist aufgab. Von der Gendarmerie konnte 1995 übergangsmäßig ein „Speedy-Boot“ zu einem günstigen Preis angeschafft werden.

Speedy-Boot
Speedy-Boot

Immer wieder haben die Mitglieder der ÖWR Krumpendorf in Eigenregie notwendige Arbeiten an den Booten selbst vorgenommen.

Erst 1997 folgte dann die Anschaffung eines komplett neuen Bootes. Der Rumpf war aus der Konkursmasse der slowenischen Firma elan gekauft worden, der Aufbau erfolgte durch die Firma seaway in Bled. Die Einsatzstelle Krumpendorf wollte bereits damals ein Aluminiumboot kaufen, erhielt vom Landesverband der ÖWR Kärnten aber keine Zustimmung dafür, obwohl preislich kein Unterschied gewesen wäre.

Boot mit Tauchern 1998
Boot mit Tauchern 1998

Auch dieses Boot erhielt wie seine Vorgänger den Namen „Seestern“ und leistete bis 2018 wertvolle Dienste am See.

Da die Probleme mit dem Boot immer größer wurden und ausreichend Geld aus Eigenmitteln, Gemeinde, Sponsoren und ÖWR-Landesverband vorhanden war, konnte man an die Anschaffung eines neuen Bootes gehen, das dann 2023 seiner Bestimmung übergeben wurde.

In der Zeit von 2018 bis 2022 stellte der ÖWR-Landesverband Kärnten ein Schulungsboot leihweise zur Verfügung, um die Einsatzbereitschaft der Krumpendorfer Wasserretter aufrechtzuerhalten.
Ende 2022 konnte die Einsatzstelle dann das neue Boot übernehmen, die feierliche Segnung des Motorrettungsbootes erfolgte am 4. Juni 2023 im Rahmen der 60-Jahrfeier der Einsatzstelle.

Neues Boot der Wasserrettung Krumpendorf 2023
Neues Boot der Wasserrettung Krumpendorf 2023

Im Uferbereich werden seit der Jahrtausendwende immer wieder auch kleine Schlauchboote eingesetzt. Ein erstes dieser Boote stellte ÖWR-Mitglied Roman Pohovnikar 2005 zur Verfügung, es erhielt daher auch den Namen „Romilein“. Leider fand dieses Boot andere Interessenten: 2007 war es verschwunden, man hatte es ganz einfach gestohlen!

Boot Romi
Boot Romi

Diese Misere erkannte die damalige Bürgermeisterin Hilde Gaggl rasch und stellte der Wasserrettung Krumpendorf 2010 ein Schlauchboot aus ihrem Besitz zur Verfügung. Das Zodiac-Boot, ausgestattet mit einem E-Motor und einem 20-PS-Außenbordmotor wurde logischerweise „Hilde“ getauft und leistete tapfer viele Einsatzstunden, vor allem bei Schwimmveranstaltungen war es sehr gut verwendbar. Aus Altersgründen musste das Boot dann 2014 ausgemustert werden.

Hilde Gaggl und Rudolf Beschliesser
Hilde Gaggl und Rudolf Beschliesser

Nach längerer Pause schenkte Herr Schindler 2023 der Wasserrettung Krumpendorf ein Schlauchboot Allroundmarin mit einem 340 Watt E-Motor. Somit gibt es nach 13 Jahren wieder ein Schlauchboot, das nicht nur bei Überwachungen und Suchaktionen eingesetzt wird, auch zur Grundausbildung von neuen Schiffsführern ist es ein wertvoller Bestandteil. Nach einer ausführlichen Einschulung dürfen dieses Boot sogar 12-jährige Jugendliche fahren, da dies lt. Gesetz bis zu einem Antrieb von 500 Watt erlaubt ist.

Das neueste Schlauchboot wurde „Seeigel“ getauft

Schlauchboot Seeigel
Schlauchboot Seeigel

Text: Heinz Kernjak in Abstimmung mit Rudolf Beschliesser
Fotos: ÖWR Krumpendorf, Heinz Kernjak

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