Ab 1975 entwickelte sich Krumpendorf zu einem Zentrum des Feuerwehrwesens, Medien sprachen sogar von einem „Stern vom Wörthersee“. Aber wie kam es dazu?
Der Beginn
Anfang der 1970er Jahre verbrachte Winfried E. Frank, hochrangiger Politiker aus dem Saarland, seinen Urlaub im Seehotel Koch in Krumpendorf. Rasch freundete er sich mit dem Hausherrn Hans Koch an, und in vielen Gesprächen lernte Frank die Liebe von Hans Koch zur Jagd und zur Feuerwehr kennen. Beide Herren waren sich einig in dem Gedanken, dass nur eine enge internationale Zusammenarbeit in Zukunft für Europa zielführend ist, und man schon im Kleinen damit beginnen kann. So kamen die beiden auf die Idee, die Krumpendorfer Feuerwehrkameraden zu einem Ausflug ins Saarland zu motivieren.

Die Gründer Winfried Frank und Hans Koch
Bereits 1974 war es dann so weit: Die Krumpendorfer Florianijünger reisten ins Saarland und konnten dort Kontakte zu deutschen und französischen Kameraden knüpfen. Äußerst beeindruckt von der freundlichen Aufnahme war man sich rasch einig: Solche Treffen sollten immer wieder stattfinden, am besten in der Vorsaison in Krumpendorf. Das wäre auch für den Tourismus im Ort eine tolle Sache. Schon damals sah man die Veranstaltung unter dem Motto
IFSO – Information, Feuerwehrkameradschaft, Sternfahrt, Organisation


1. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1975 in Krumpendorf am Wörthersee
Hans Koch nutzte seine umfangreichen Kontakte und konnte schon für 1975 zur 1. Int. Feuerwehr-Sternfahrt nach Krumpendorf einladen. Für viele Feuerwehren war die Idee noch fremd, auch die offizielle Feuerwehrseite war skeptisch. Daher war die Teilnehmeranzahl mit 276 Personen noch überschaubar. Das umfangreiche Programm begeisterte aber die Teilnehmer, und das sprach sich auch schnell herum.


Nicht nur die Feuerwehrkameraden fanden Gefallen an der Veranstaltung, auch die Krumpendorfer Betriebe hofften auf eine baldige Wiederholung. Und die Hoffnung war nicht umsonst, denn bereits 1977 gab es die Fortsetzung.
2. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1977 in Krumpendorf am Wörthersee
Diesmal war das Interesse schon viel größer, 1500 Teilnehmer aus einigen europäischen Ländern kamen an den Wörthersee zu diesem kameradschaftlichen Treffen. Hans Koch und sein unermüdliches Organisationsteam hatten für die Kameraden auch ein engagiertes Programm zusammengestellt, und der gemeinsame Festzug durch den Ort begeisterte die vielen Zuschauer.





Das Interesse an der Ausrichtung einer Feuerwehr-Sternfahrt war gestiegen, und so konnte die
3. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1978 in Bad Neustadt an der Saale
stattfinden. Feuerwehrkommandant Andreas Lorz hatte mit seinen Kameraden ein umfangreiches Programm vorbereitet, an dem rund 1200 Teilnehmer die Gegend in der Rhön kennenlernen konnten.



Schon bald war man auch in der Schweiz auf die Feuerwehr-Sternfahrt aufmerksam geworden, und so gab es die
4. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1980 in Küsnacht am Zürichsee
mit rund 1400 offiziell gemeldeten Teilnehmern. Sportliche Bewerbe, Rundfahrten am Zürichsee, Besuch der Stadt Zürich, Vorführungen der Schweizer Feuerwehren, Vorträge usw. waren ein umfangreiches und interessantes Programm für die Feuerwehrkameraden.


Die nächste Veranstaltung führte die Feuerwehr-Sternfahrer wieder nach Deutschland:
5. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1982 in Kaiserslautern
Besonders interessant war diesmal die Möglichkeit, die US-Airbase in Ramstein zu besuchen. Die FF Krumpendorf war mit einer großen Gruppe in die Pfalz angereist, alle Teilnehmer waren von der kameradschaftlichen Aufnahme durch den Kreisfeuerwehrverband Kaiserslautern begeistert, Feuerwehrkameraden aus 10 Nationen verbrachten schöne gemeinsame Tage.


Rückkehr in die Heimat:
6. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1984 in Krumpendorf am Wörthersee
In dieser Zeit wurde die Vergabe der Sternfahrten vorwiegend auf Initiative von Hans Koch und Freunden vorgenommen, Krumpendorf hatte sich für die Austragung der Veranstaltung beworben und man war sich einig, die Feuerwehrkameraden wieder an den Wörthersee einzuladen. Und erstmals kamen über 2000 Feuerwehrleute aus vielen europäischen Ländern, maßen sich in sportlichen Wettkämpfen, unternahmen Ausflüge in Kärnten und konnten am Abend im Festzelt wieder viele Freundschaften knüpfen.



Im Rahmen dieser Feuerwehr-Sternfahrt wurde auch die erstmals vorgestellte Sternfahrer-Fahne gesegnet. Diese Fahne wurde in weiterer Folge immer den jeweiligen Veranstaltern weitergegeben.
Nur 60 Kilometer Luftlinie von Krumpendorf entfernt veranstaltete das „Juwel von Slowenien“ die
7. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1987 in Bled
Wieder steigerte sich die Teilnehmeranzahl auf rund 2200 offiziell angemeldete Feuerwehrleute aus vielen europäischen Ländern. Auch wenn man damals noch in das ehemalige Jugoslawien reiste, gab es für die Feuerwehren keine Probleme, an dem tollen Programm teilzunehmen, das die slowenischen Kameraden vorbereitet hatten. Besonders die Vorführungen der Löschflugzeuge fanden großen Anklang, aber auch die weiteren von Hauptorganisator Vili Tomat vorbereiteten Programmpunkte konnte Gefallen finden.


Vili Tomat

Zurück nach Österreich führte die
8. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1987 in Bischofshofen in Salzburg
Dort hatte man sich schon sehr gut vorbereitet, war an einigen Sternfahrten dabei und konnte daher ein umfangreiches Programm bieten: Besuch der Burg Hohenwerfen und der Eisriesenwelt, interessante Feuerwehr-Vorführungen, vielseitige Vorträge, Ausstellungen und kameradschaftliches Miteinander konnte die rund 2500 Teilnehmer begeistern. Kommandant Karl Stöbich und Karl Rettenegger hatten mit ihren Kameraden tolle Arbeit geleistet.


Dank der Bemühungen der Südtiroler Kameraden fand die
9. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1991 in Bruneck
statt. Mehrmals waren die Krumpendorfer Kameraden schon zu Schiausflügen am Kronplatz, dem Hausberg der Brunecker, gewesen und hatten freundschaftliche Kontakte zu den Südtiroler Feuerwehrleuten geknüpft. Für über 2600 Feuerwehrleute war es dann eine große Freude, mehrere Tage im schönen Pustertal zu verbringen. Auch wenn es für die Oldtimerfahrzeuge an der Grenze Probleme gab, konnten doch alle in die Rienz-Stadt kommen und an der Oldtimer-Rundfahrt teilnehmen. Ein Ausflug in die Dolomiten, viele Wettbewerbe und ein imposanter Festzug rundeten das Programm ab, das hervorragend von Kommandant Dr. Heiner Nicolussi-Leck und Luis Peintner vorbereitet worden war.



Weit in den ungarischen Osten führte die
10. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1991 in Gyula

In den Jahren vorher waren die Feuerwehr Krumpendorf und Vertreter der Gemeinde schon mehrfach in Gyula gewesen, die Freundschaften hatten sich so schon stark ausgeweitet. Unter den 3000 Teilnehmer in Gyula waren somit auch rund 50 Teilnehmer aus Krumpendorf und zusätzlich noch viele Kärntner Feuerwehrleute. Beeindruckt war man von der unendlichen Weite der ungarischen Tiefebene, der schönen Stadt mit dem großen Bad und den vielen Parks. Auch die Burg wurde gerne besichtigt und der Ausflug auf einen Pferdehof machte allen großen Spaß. Im Rahmen einer Delegiertenversammlung wurde festgelegt, dass der jeweilige Kommandant der Feuerwehr Krumpendorf als Präsidiumsvorsitzender fungiert und Heinz Kernjak von der FF Krumpendorf zum ständigen Generalsekretär der IFSO – Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation gewählt wurde. Heinz Kernjak übte diese Funktion dann 30 Jahre aus und unterstützte u.a. alle weiteren Sternfahrt-Veranstalter.

Da die Familie der Feuerwehr-Sternfahrer immer größer wurde, die Anforderungen für den jeweiligen Veranstalter wuchsen, erarbeitete die Feuerwehr Krumpendorf einen Statutenvorschlag, um geordnete Abläufe der Sternfahrten zu erleichtern. Zusätzlich erstellte Generalsekretär Heinz Kernjak ein umfangreiches Handbuch über die Abwicklung einer Feuerwehr-Sternfahrt, das allen weiteren Veranstaltern zur Verfügung gestellt wurde. Das Büro der IFSO- Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation wurde ständig bei der Feuerwehr Krumpendorf eingerichtet.

Diese Vorschläge wurden im Rahmen einer Präsidiumssitzung im Oktober 1993 in Krumpendorf beschlossen, an der alle bisherigen Veranstalter einer Sternfahrt teilnahmen und die auch das Präsidium bildeten.

Das obere Logo wurde in weiterer Folge als Abzeichen der IFSO – Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation als Stoff-Abzeichen, Pin, Aufkleber usw. verwendet, das stilisierte Fahrzeug – ein Werk der Krumpendorfer Künstlerin Michaela Fink – setzte man u.a. auf der Titelseite der Sternfahrt – Infomationsbroschüre ein und im Rahmen der Sternfahrt 1999 in Krumpendorf.
Quellen:
Text von Heinz Kernjak 2026
Fotos Heinz Kernjak, IFSO, FF Krumpendorf, diverse Sternfahrt-Veranstalter
Artikel erstellt: Juni 2026