Internationale Feuerwehr-Sternfahrten 1975 – 1993

Ab 1975 entwickelte sich Krumpendorf zu einem Zentrum des Feuerwehrwesens, Medien sprachen sogar von einem „Stern vom Wörthersee“. Aber wie kam es dazu?

Der Beginn

Anfang der 1970er Jahre verbrachte Winfried E. Frank, hochrangiger Politiker aus dem Saarland, seinen Urlaub im Seehotel Koch in Krumpendorf. Rasch freundete er sich mit dem Hausherrn Hans Koch an, und in vielen Gesprächen lernte Frank die Liebe von Hans Koch zur Jagd und zur Feuerwehr kennen. Beide Herren waren sich einig in dem Gedanken, dass nur eine enge internationale Zusammenarbeit in Zukunft für Europa zielführend ist, und man schon im Kleinen damit beginnen kann. So kamen die beiden auf die Idee, die Krumpendorfer Feuerwehrkameraden zu einem Ausflug ins Saarland zu motivieren.

Die Sternfahrt-Gründer Winfried Frank und Hans Koch
Die Sternfahrt-Gründer Winfried Frank und Hans Koch

Die Gründer Winfried Frank und Hans Koch

Bereits 1974 war es dann so weit: Die Krumpendorfer Florianijünger reisten ins Saarland und konnten dort Kontakte zu deutschen und französischen Kameraden knüpfen. Äußerst beeindruckt von der freundlichen Aufnahme war man sich rasch einig: Solche Treffen sollten immer wieder stattfinden, am besten in der Vorsaison in Krumpendorf. Das wäre auch für den Tourismus im Ort eine tolle Sache. Schon damals sah man die Veranstaltung unter dem Motto

IFSO – Information, Feuerwehrkameradschaft, Sternfahrt, Organisation

Krumpendorfer Feuerwehrleute besuchen Kameraden in Frankreich
Krumpendorfer Feuerwehrleute besuchen Kameraden in Frankreich
Krumpendorfer Feuerwehrleute besuchen Kameraden in Frankreich
Feuerwache in Frankreich

1. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1975 in Krumpendorf am Wörthersee

Hans Koch nutzte seine umfangreichen Kontakte und konnte schon für 1975 zur 1. Int. Feuerwehr-Sternfahrt nach Krumpendorf einladen. Für viele Feuerwehren war die Idee noch fremd, auch die offizielle Feuerwehrseite war skeptisch. Daher war die Teilnehmeranzahl mit 276 Personen noch überschaubar. Das umfangreiche Programm begeisterte aber die Teilnehmer, und das sprach sich auch schnell herum.

Hans Koch mit Bundeskanzler Kreisky und ÖGB-Chef Benya 1975
Hans Koch mit Bundeskanzler Kreisky und ÖGB-Chef Benya 1975
Logo der 1. Feuerwehr-Sternfahrt
Logo der 1. Feuerwehr-Sternfahrt

Nicht nur die Feuerwehrkameraden fanden Gefallen an der Veranstaltung, auch die Krumpendorfer Betriebe hofften auf eine baldige Wiederholung. Und die Hoffnung war nicht umsonst, denn bereits 1977 gab es die Fortsetzung.

2. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1977 in Krumpendorf am Wörthersee

Diesmal war das Interesse schon viel größer, 1500 Teilnehmer aus einigen europäischen Ländern kamen an den Wörthersee zu diesem kameradschaftlichen Treffen. Hans Koch und sein unermüdliches Organisationsteam hatten für die Kameraden auch ein engagiertes Programm zusammengestellt, und der gemeinsame Festzug durch den Ort begeisterte die vielen Zuschauer.

Festzug durch Krumpendorf 1977
Festzug durch Krumpendorf 1977
v.l.: Erich Nadrag, Heinrich Spick, Hans Koch
v.l.: Erich Nadrag, Heinrich Spick, Hans Koch
Sautrogwettbewerb 1977
Sautrogwettbewerb 1977
Im Festzelt v.l.: AFK Rebernig, LH Wagner, FK Koch 1977
Im Festzelt v.l.: AFK Rebernig, LH Wagner, FK Koch 1977
Bierkrug als Gastgeschenk 1977
Bierkrug als Gastgeschenk 1977

Das Interesse an der Ausrichtung einer Feuerwehr-Sternfahrt war gestiegen, und so konnte die

3. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1978 in Bad Neustadt an der Saale

stattfinden. Feuerwehrkommandant Andreas Lorz hatte mit seinen Kameraden ein umfangreiches Programm vorbereitet, an dem rund 1200 Teilnehmer die Gegend in der Rhön kennenlernen konnten.

Sternfahrtwimpel der 3. Sternfahrt 1978
Sternfahrtwimpel der 3. Sternfahrt 1978
Andreas Lorz 1978
Andreas Lorz 1978
Die Krumpendorfer Feuerwehr in Bad Neustadt an der Saale 1978
Die Krumpendorfer Feuerwehr in Bad Neustadt an der Saale 1978

Schon bald war man auch in der Schweiz auf die Feuerwehr-Sternfahrt aufmerksam geworden, und so gab es die

4. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1980 in Küsnacht am Zürichsee

mit rund 1400 offiziell gemeldeten Teilnehmern. Sportliche Bewerbe, Rundfahrten am Zürichsee, Besuch der Stadt Zürich, Vorführungen der Schweizer Feuerwehren, Vorträge usw. waren ein umfangreiches und interessantes Programm für die Feuerwehrkameraden.

Logo 4. Sternfahrt in Küsnacht am Zürichsee 1980
Logo 4. Sternfahrt in Küsnacht am Zürichsee 1980
Pressebericht Sternfahrt in Küsnacht am Zürichsee 1980
Pressebericht Sternfahrt in Küsnacht am Zürichsee 1980

Die nächste Veranstaltung führte die Feuerwehr-Sternfahrer wieder nach Deutschland:

5. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1982 in Kaiserslautern

Besonders interessant war diesmal die Möglichkeit, die US-Airbase in Ramstein zu besuchen. Die FF Krumpendorf war mit einer großen Gruppe in die Pfalz angereist, alle Teilnehmer waren von der kameradschaftlichen Aufnahme durch den Kreisfeuerwehrverband Kaiserslautern begeistert, Feuerwehrkameraden aus 10 Nationen verbrachten schöne gemeinsame Tage.

Aufmarsch der FF-Krumpendorf in Kaiserslautern 1980
Aufmarsch der FF-Krumpendorf in Kaiserslautern 1980
Logo 5. Sternfahrt in Kaiserslautern 1982
Logo 5. Sternfahrt in Kaiserslautern 1982

Rückkehr in die Heimat:

6. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1984 in Krumpendorf am Wörthersee

In dieser Zeit wurde die Vergabe der Sternfahrten vorwiegend auf Initiative von Hans Koch und Freunden vorgenommen, Krumpendorf hatte sich für die Austragung der Veranstaltung beworben und man war sich einig, die Feuerwehrkameraden wieder an den Wörthersee einzuladen. Und erstmals kamen über 2000 Feuerwehrleute aus vielen europäischen Ländern, maßen sich in sportlichen Wettkämpfen, unternahmen Ausflüge in Kärnten und konnten am Abend im Festzelt wieder viele Freundschaften knüpfen.

Ankündigung der 6. Int. Feuerwehr-Sternfahrt in Krumpendorf 1984
Ankündigung der 6. Int. Feuerwehr-Sternfahrt in Krumpendorf 1984
Medaille der 6. Sternfahrt in Krumpendorf 1984
Medaille der 6. Sternfahrt in Krumpendorf 1984
Pressebericht KTZ Sternfahrt 1984
Pressebericht KTZ Sternfahrt 1984

Im Rahmen dieser Feuerwehr-Sternfahrt wurde auch die erstmals vorgestellte Sternfahrer-Fahne gesegnet. Diese Fahne wurde in weiterer Folge immer den jeweiligen Veranstaltern weitergegeben.

Nur 60 Kilometer Luftlinie von Krumpendorf entfernt veranstaltete das „Juwel von Slowenien“ die

7. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1987 in Bled

Wieder steigerte sich die Teilnehmeranzahl auf rund 2200 offiziell angemeldete Feuerwehrleute aus vielen europäischen Ländern. Auch wenn man damals noch in das ehemalige Jugoslawien reiste, gab es für die Feuerwehren keine Probleme, an dem tollen Programm teilzunehmen, das die slowenischen Kameraden vorbereitet hatten. Besonders die Vorführungen der Löschflugzeuge fanden großen Anklang, aber auch die weiteren von Hauptorganisator Vili Tomat vorbereiteten Programmpunkte konnte Gefallen finden.

Logo der 7. Sternfahrt in Bled 1987
Logo der 7. Sternfahrt in Bled 1987
Hauptorganisator der Sternfahrt in Bled: Vili Tomat
Hauptorganisator der Sternfahrt in Bled:
Vili Tomat
Artikel der KTZ über 7. Sternfahrt in Bled 1987
Artikel der KTZ über 7. Sternfahrt in Bled 1987

Zurück nach Österreich führte die

8. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1987 in Bischofshofen in Salzburg

Dort hatte man sich schon sehr gut vorbereitet, war an einigen Sternfahrten dabei und konnte daher ein umfangreiches Programm bieten: Besuch der Burg Hohenwerfen und der Eisriesenwelt, interessante Feuerwehr-Vorführungen, vielseitige Vorträge, Ausstellungen und kameradschaftliches Miteinander konnte die rund 2500 Teilnehmer begeistern. Kommandant Karl Stöbich und Karl Rettenegger hatten mit ihren Kameraden tolle Arbeit geleistet.

Feuerwehr-Umzug in Bischofshofen 1989
Feuerwehr-Umzug in Bischofshofen 1989
Logo der 8. Sternfahrt in Bischofshofen 1989
Logo der 8. Sternfahrt in Bischofshofen 1989

Dank der Bemühungen der Südtiroler Kameraden fand die

9. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1991 in Bruneck

statt. Mehrmals waren die Krumpendorfer Kameraden schon zu Schiausflügen am Kronplatz, dem Hausberg der Brunecker, gewesen und hatten freundschaftliche Kontakte zu den Südtiroler Feuerwehrleuten geknüpft. Für über 2600 Feuerwehrleute war es dann eine große Freude, mehrere Tage im schönen Pustertal zu verbringen. Auch wenn es für die Oldtimerfahrzeuge an der Grenze Probleme gab, konnten doch alle in die Rienz-Stadt kommen und an der Oldtimer-Rundfahrt teilnehmen. Ein Ausflug in die Dolomiten, viele Wettbewerbe und ein imposanter Festzug rundeten das Programm ab, das hervorragend von Kommandant Dr. Heiner Nicolussi-Leck und Luis Peintner vorbereitet worden war.

Kommandant der FF Bruneck: Heiner Nicolussi-Leck 1991
Kommandant der FF Bruneck: Heiner Nicolussi-Leck 1991
Hauptorganisator der 9. Sternfahrt in Bruneck: Luis Peintner 1991
Hauptorganisator der Sternfahrt Bruneck: Luis Peintner 1991
Logo Sternfahrt Bruneck 1991
Logo Sternfahrt Bruneck 1991

Weit in den ungarischen Osten führte die

10. Internationale Feuerwehr-Sternfahrt 1991 in Gyula

Logo der 10. Sternfahrt in Gyula / Ungarn 1993
Logo der 10. Sternfahrt Gyula / Ungarn 1993

In den Jahren vorher waren die Feuerwehr Krumpendorf und Vertreter der Gemeinde schon mehrfach in Gyula gewesen, die Freundschaften hatten sich so schon stark ausgeweitet. Unter den 3000 Teilnehmer in Gyula waren somit auch rund 50 Teilnehmer aus Krumpendorf und zusätzlich noch viele Kärntner Feuerwehrleute. Beeindruckt war man von der unendlichen Weite der ungarischen Tiefebene, der schönen Stadt mit dem großen Bad und den vielen Parks. Auch die Burg wurde gerne besichtigt und der Ausflug auf einen Pferdehof machte allen großen Spaß. Im Rahmen einer Delegiertenversammlung wurde festgelegt, dass der jeweilige Kommandant der Feuerwehr Krumpendorf als Präsidiumsvorsitzender fungiert und Heinz Kernjak von der FF Krumpendorf zum ständigen Generalsekretär der IFSO – Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation gewählt wurde. Heinz Kernjak übte diese Funktion dann 30 Jahre aus und unterstützte u.a. alle weiteren Sternfahrt-Veranstalter.

Bierkrug zur Sternfahrt in Gyula 1993
Bierkrug zur Sternfahrt in Gyula 1993

Da die Familie der Feuerwehr-Sternfahrer immer größer wurde, die Anforderungen für den jeweiligen Veranstalter wuchsen, erarbeitete die Feuerwehr Krumpendorf einen Statutenvorschlag, um geordnete Abläufe der Sternfahrten zu erleichtern. Zusätzlich erstellte Generalsekretär Heinz Kernjak ein umfangreiches Handbuch über die Abwicklung einer Feuerwehr-Sternfahrt, das allen weiteren Veranstaltern zur Verfügung gestellt wurde. Das Büro der IFSO- Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation wurde ständig bei der Feuerwehr Krumpendorf eingerichtet.

Pressebericht zur Sternfahrt in Gyula 1993
Pressebericht zur Sternfahrt in Gyula 1993

Diese Vorschläge wurden im Rahmen einer Präsidiumssitzung im Oktober 1993 in Krumpendorf beschlossen, an der alle bisherigen Veranstalter einer Sternfahrt teilnahmen und die auch das Präsidium bildeten.

Logo der Int. Feuerwehr-Sternfahrten 1993
Logo der Int. Feuerwehr-Sternfahrten 1993

Das obere Logo wurde in weiterer Folge als Abzeichen der IFSO – Int. Feuerwehr-Sternfahrt – Organisation als Stoff-Abzeichen, Pin, Aufkleber usw. verwendet, das stilisierte Fahrzeug – ein Werk der Krumpendorfer Künstlerin Michaela Fink – setzte man u.a. auf der Titelseite der Sternfahrt – Infomationsbroschüre ein und im Rahmen der Sternfahrt 1999 in Krumpendorf.


Quellen:

Text von Heinz Kernjak 2026
Fotos Heinz Kernjak, IFSO, FF Krumpendorf, diverse Sternfahrt-Veranstalter

Artikel erstellt: Juni 2026

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