Die Kindheit und Jugend verlebte der in Villach geborene Felix Novak (1913-1992) in der Draustadt. Nach Absolvierung der Pflichtschule startete Felix die Lehre im Friseurbetrieb seines Vaters. Bald nach Beendigung der Lehre zog es den umtriebigen jungen Mann aber weg von Villach und er übersiedelte nach Innsbruck.
Da Felix Novak in seinem erlernten Beruf als Friseur keine Freude fand und er viel lieber unterwegs war, begann er eine Lehre bei der Eisenbahn. Dort konnte er viele europäische Länder durchreisen, was ihm viel Spaß machte. Allerdings lernte er bald in Hamburg eine junge Dame kennen, die ihm sehr gefiel und auch Hertha – so hieß das Fräulein – fand Gefallen am feschen Kärntner. Noch während des 2. Weltkrieges übersiedelte man wieder nach Kärnten, da auch Tochter Felicitas zur Welt kam und man Kärnten als sicheres Land in den Wirren der damaligen Zeit ansah.

In Krumpendorf konnte die junge Familie zuerst in einem in Bahnhofsnähe befindlichen Wächterhäuschen wohnen, bis das noch heute bestehende Personalhaus der Eisenbahn fertiggebaut war und dort eine passende Wohnung erlangt werden konnte. In dieser Wohnung verblieb das Ehepaar Novak bis zur Pensionierung von Felix.

Anfang der 1950er Jahre sieht man Felix Novak dann als Mitarbeiter am Bahnhof Krumpendorf, wo er in weiterer Folge bis zum Fahrdienstleiter aufsteigen konnte. Zur damaligen Zeit waren am Bahnhof Krumpendorf meist 5 Beamte tätig, hinzu kamen noch die Gepäckträger und Dienstmänner – heute findet man am Bahnhof keine Mitarbeiter mehr.
Mit großem Eifer widmete sich Felix Novak in seiner Freizeit der Malerei, die sein großes Hobby war. Besonders die Kärntner Landschaft, sein Heimatort Krumpendorf und Umgebung konnte Felix Novak in unzähligen Werken darstellen.



In vielen Krumpendorfer Wohnungen gab es zu der Zeit Bilder von Felix Novak, gerne gab man ihm entsprechende Aufträge. Aber auch im künstlerischen Bereich bekam sein Name bald Bekanntheit und es kam zu den ersten Ausstellungen, die in weiterer Folge immer mehr zunahmen und sogar bis nach Wien führten. Schon 1965 konnte er in der „Galerie Autodidakt“ in Wien seine Werke ausstellen.

Eine treffende Expertise über das Werk von Felix Novak erschien als Einleitung zu der o.a. Ausstellung:
Felix Novak verkörpert den typisch österreichischen Laienkünstler, dem die Landschaft alles bedeutet. Sie gibt Erbauung an Schönheit und Freude am Malen. Die Landschaft ist nicht zuletzt deshalb so bedeutungsvoll für ihn, weil er in einer der schönsten Gegenden Österreichs geboren worden ist und auch dort sein Leben verbringt. Kärnten mit seinem milden Klima, seinen Bergen und Seen übte schon immer einen Zauber auf die Maler aus. Auch scheint es ein musischer Boden zu sein, denn viele berühmte Maler, wie zum Beispiel Boeckl und Kolig, stammen aus Kärnten.
Felix Novaks Landschaften berichten von diesem schönen Land, das die Sonne zu allen Tageszeiten mit ihrem Licht verzaubert und der Schnee mit seiner Frische bedeckt. Er erzählt uns in einfacher Bescheidenheit darüber, wie er es sieht und erlebt: unkompliziert, ehrlich und in sauberer Ordnung. Seine Landschaftsbilder strahlen eine stille Zufriedenheit aus, zu der man nur gelangt, wenn man engsten Kontakt mit der Natur findet. Hier drückt sich nicht Großartigkeit und Pathos aus, sondern Liebe zur schönen Heimat.


Die Tochter Felicitas startete ihr Berufsleben in der damaligen Hochkonjunktur des Tourismus in der Reisebüro-Branche. Damals gab es in Krumpendorf mehrere Reisebüros und es galt einiges für die Gäste zu organisieren, von denen auch viele mit der Bahn anreisten. Felicitas erkannte auch rasch, dass im Ort ein Taxiunternehmen fehlte und begründete gemeinsam mit ihrem Gatten Jerry die Firma „Taxi-Paulie“, die sie viele Jahrzehnte bis zur Pensionierung betrieb. Der Begriff „Taxi-Paulie“ war in diesen turbulenten Jahren im ganzen Wörtherseeraum bekannt für Verlässlichkeit und Pünktlichkeit.

In dieser Zeit konnte die Familie in Brenndorf ein Wohnhaus errichten, in das auch Felix Novak nach seiner Pensionierung mit Gattin Hertha einzog und die beiden ihren Lebensabend verbringen konnten, liebevoll umsorgt von der Familie.

Quellen:
Text: Heinz Kernjak in Abstimmung mit Felicitas Paulie
Fotos: Bilder von Felicitas Paulie und Gerhard Niederdorfer zur Verfügung gestellt, Heinz Kernjak